Supervision und Beratung

Heute begleite ich Menschen

Durch Beratungen und Supervision.

In Krisen und Umbrüchen,
in Trauer und Beziehungsherausforderungen.

In Zeiten, in denen das Leben nicht mehr so passt wie vorher.

Meine Arbeit ist hypnosystemisch geprägt.

Menschen sind nicht kaputt.
Sie sind organisiert.
Und manchmal so gut organisiert, dass es eng wird.

Ich arbeite mit dem, was da ist.
Mit Erfahrungen.
Mit inneren Bildern.
Mit dem, was im Körper spürbar wird.

Wir haben nicht nur eine Art zu sein.
Wir haben viele Seiten.
Welche sich zeigt, hängt vom Moment ab.

In der Begleitung geht es nicht darum,
die richtige Seite zu finden.
Sondern mehr Möglichkeiten zu bekommen.

Veränderung entsteht oft leise.

Im Gespräch.
Im Innehalten.
Oder in einer kleinen Bewegung.

Ein anderer Platz.
Ein neuer Blick.
Ein Schritt zur Seite.

Der Körper ist dabei oft schneller als das Denken.

Ich arbeite mit Menschen in persönlichen Krisen,
in beruflichen Zusammenhängen,
in Teams und Organisationen.

Mit Menschen in Trauer.
Mit Menschen im Umbruch.

Mit Menschen, die merken:
So geht es nicht weiter.
Und gleichzeitig noch nicht wissen, wie.

Ich verspreche keine schnellen Lösungen.

Ich traue Menschen zu, dass sie wissen „was sich ändern muss“.

Was es dafür braucht?
.. nur einen Satz..
.. einen Atemzug..
einen stillen Moment..

Und plötzlich wird es weiter.

Am Ende steht dann oft jemand auf,
atmet ein wenig freier
und sagt:

„Es ist noch nicht fertig.
Aber es ist anders.“

Und das ist ein guter Anfang.

(Meistens fängt genau dort das Leben wieder an –
ganz unspektakulär, und ziemlich zuverlässig.)

Warum gutes Zureden selten hilft…

Gunther Schmidt und Stefan Philipps
Gunther Schmidt und Stefan Philipps mit den drei „P“ der hypnosystemischen Praxis

Über Pacing, Priming und Purpose

Unser Gehirn funktioniert nicht wie ein Lichtschalter.
Mehr wie eine alte Dorfkapelle beim Schützenfest.

Die einen wollen Walzer.
Die anderen Poppmusik.
Das Stammhirn trommelt Alarm.
Das Denken hält Vorträge.
Und irgendwo hinten versucht eine kleine Hoffnung,
überhaupt den Takt zu finden.

Darum hilft gutes Zureden oft so wenig.

„Mensch“ verändert sich selten,
durch  kluge Sätze.

Veränderung entsteht,
wenn das ganze innere System neue Erfahrungen macht.

Eben wie Tanzen lernen.

Zwei Schritte vor.
Einen zurück.
Fünf Schritte vor
Sechs zurück..

Kurz vertanzt.
Bestenfalls über sich lachen.
Weitergehen.

Unser Gehirn wünscht keine Veränderung.
Es ist „verliebt“ in einem System von „Sicherheit“.

Selbst unerlöste  Gewohnheiten fühlen sich sicherer an
als eine unbekannte Freiheit.

Darum laufen Menschen immer wieder dieselben inneren Wege,
obwohl sie längst wissen, dass dort auch Schlaglöcher warten.

Nicht aus Dummheit.
Sondern aus Gewohnheit.
Aus Überleben.
Aus Erfahrung.

Und genau dort beginnen:
Pacing.
Priming.
Purpose.

Pacing – erst einmal neben dem Menschen gehen

Pacing heißt, erst einmal verstehen, wie jemand gerade unterwegs ist.
Nicht gleich eingreifen.
Nicht schieben.
Nicht verbessern.

Milton Erickson konnte das meisterhaft.
Er hörte Menschen zu,
ohne sofort Lösungen aus dem Ärmel zu schütteln.
Er ging erst einmal ein Stück mit.

Das klingt einfacher, als es ist.

Denn viele Menschen erleben:
Kaum erzählen sie etwas,
steht schon jemand mit einem Werkzeugkasten daneben.

„Sie müssen positiv denken.“
„Sie sollten loslassen.“
„Sie dürfen nicht so empfindlich sein.“

Und innerlich denkt der Mensch:
„Vielen Dank. Jetzt fühle ich mich zusätzlich auch noch falsch.“

Pacing „will“ etwas anderes vermitteln:

„Ja. so fühlt es sich gerade an.“
„Ich sehe, wie schwer das gerade ist.“

Nicht: „So bleibt es für immer.“

Das Nervensystem entspannt sich oft genau dort,
wo es nicht mehr kämpfen muss.

Immer wieder sitzen Menschen in meiner Praxis
und erzählen von ihrer Erschöpfung, ihrer Trauer, ihrer Angst.

Und dann erlebe ich immer wieder:
Nicht die Lösung hilft zuerst.
Sondern das Gefühl,
nicht mehr alleine gegen das eigene Innenleben kämpfen zu müssen.

Das ist Pacing

Wie jemand,
der beim Wandern neben dir hergeht
und nicht alle fünf Minuten ruft:
„Nun lauf doch endlich schneller!“

„Der Mensch braucht keinen Wegweiser.
Er braucht jemanden, der mit ihm am Straßenrand sitzt
und schweigend auf denselben Regen schaut.“

 

Priming – kleine Spuren für neue Möglichkeiten

Unser Gehirn arbeitet viel über Wiederholung.
Über Bilder.
Über Erfahrungen.
Über innere Netzwerke.

Das limbische System speichert:
Gefahr.
Sicherheit.
Scham.
Nähe.
Vertrauen.

Nicht als Theorie.
Sondern als Erfahrung.

Darum hilft Denken allein oft nicht weiter.

Ein Mensch kann genau wissen:
„Ich bin eigentlich wertvoll.“

Und sich trotzdem innerlich klein fühlen.

Weil alte Netzwerke schneller reagieren
als kluge Gedanken.

Priming bedeutet:
Neue Erfahrungen vorbereiten.

Wie kleine Samen,
die langsam in den Boden fallen.

Ein neuer Blick.
Ein anderer Platz im Raum.
Ein Spaziergang.
Ein Satz,
der plötzlich hängen bleibt.

Oder ein Mensch,
der einen anschaut,
ohne zu urteilen.

Das Gehirn beginnt dann,
neue Verbindungen zu bauen.

Nicht unter Zwang.
Eher wie ein Garten im Frühling.
Still. Langsam.
Und erstaunlich hartnäckig.

Darum arbeite ich gern mit Bildern,
Bewegung, Musik, Humor undKörperwahrnehmung.

Weil Veränderung nicht entsteht,
wenn wir noch mehr nachdenken,
sondern wenn das ganze System eine neue Erfahrung macht.

Wie beim Hula-Hoop-Reifen:
Man denkt nicht mehr so angestrengt nach,
wenn man versucht,
das Ding oben zu halten.

Der Körper beschäftigt sich.
Und plötzlich taucht ein neuer Gedanke auf.

Fast nebenbei.

 

Purpose – eine Richtung finden

Purpose heißt:
Sinn.
Richtung.
Wofür.

Nicht:
perfekte Antworten.

Viktor Frankl schrieb:
Der Mensch hält viel aus,
wenn er ein Wofür spürt.

Und dieses Wofür kann „ganz klein“ beginnen.

Heute aufstehen.
Den Hund versorgen.
Eine Kerze anzünden.
Einem Menschen schreiben.
Weiter atmen.

Purpose ist kein Motivationsposter.

Es ist eher ein inneres:
„Dafür lohnt es sich heute.“

Gerade Menschen in Krisen erleben:
Das alte Leben trägt nicht mehr…
… und das Neue ist noch nicht sichtbar.

Das fühlt sich an wie eine Brücke im Nebel.

Man sieht nicht das Ende.
Nur den nächsten Schritt.

Und genau der reicht oft.

Ich glaube, Menschen brauchen weniger Druck und mehr Verbindung.

Weniger Selbstoptimierung.
Mehr freundliche Begegnung mit sich selbst.

Denn die meisten Menschen,
die zu mir kommen,
sind nicht kaputt.

Sie sind müde geworden,
immer nur „gegen sich selbst zu arbeiten“.

Und dort beginnt Veränderung,
wo Mensch merkt:

„Ich muss mich nicht erst reparieren,
oder gar mich selbst abwerten, bevor ich leben darf.“

„Der Mensch lernt das Leben selten im Gleichschritt.
Eher stolpernd.
Mit schiefer Haltung.
Und genau deshalb
mit erstaunlich viel Würde.“

Und das ist genau die gute Nachricht:

Das Gehirn lernt tatsächlich lieber tanzen
als marschieren.

Nicht perfekt.
Nicht geradeaus.
Aber lebendig.

Mit kleinen Schritten.
Mit Pausen.
Mit immer wieder erstaunlich schrägen Bewegungen.

Und plötzlich entsteht,
mitten im Stolpern,
ein neuer Rhythmus.

Das Leben wartet nicht darauf,
dass wir perfekt werden.

Es freut sich schon,
wenn wir anfangen mitzuschwingen.

Und am Ende geht es gar nicht darum,
„sich endlich richtig“ hinzubekommen.

Sondern darum, wertschätzend mit sich selbst unterwegs zu sein.

Das eigene Gehirn will nicht nur als Problembüro betrachten werden,
sondern als einen ziemlich lebendigen Ort der in Veränderung ist.

Mit alten Wegen.
Mit überraschenden Abkürzungen.
Mit Baustellen.
Mit Musik.
Und mit inneren Tanzschritten,
die erst etwas schief aussehen
und später genau richtig wirken.

Pacing.
Priming.
Purpose.

Verstehen.
Neue Erfahrungen ermöglichen.
Eine Richtung spüren.

Nicht mehr.
Aber auch nicht weniger.

„Es ist noch nicht alles leicht.
Aber ich bewege mich wieder.“

Das reicht oft schon.

Denn selbst das Gehirn
tanzt lieber in der Küche
als im Gleichschritt über den Kasernenhof.

 

Und jetzt nochmal für Fachleute


P wie Pacing – oder:
Geh mit dem Esel, wenn du nach Bethlehem willst

Pacing – das ist die hohe Kunst, erst mal nicht recht zu haben.

Das bedeutet: Ich gehe mit dem anderen mit. Nicht, weil ich nicht weiß, wo es langgeht – sondern weil ich ihn ernst nehme, wo er gerade steht. Ich sage also nicht: „Du musst da raus!“, sondern eher: „Das ist aber ein gemütliches Loch, in dem Sie sich da eingerichtet haben. Wollen wir mal schauen, was es dort alles zu entdecken gibt?“

Milton Erickson hat das meisterlich gemacht. Er hat nie gesagt: „Sie haben ein Problem“, sondern eher: „Na, das ist ja interessant, wie Sie das machen – wie lange schaffen Sie das denn schon?“

Pacing heißt also: Ich steige nicht direkt auf mein Therapie-Fahrrad und radle los, sondern ich bleib erst mal stehen, höre zu, nicke und sage: „Ja, verstehe ich.“ Auch wenn ich es noch nicht ganz verstehe. Es reicht, wenn ich es ernst nehme.

P wie Priming – oder:
Sag dem Gehirn, wohin es gucken soll, bevor es fragt

Priming – das ist der Trick, den alle Eltern beherrschen: „Na, möchtest du erst dein Zimmer aufräumen oder erst die Spülmaschine ausräumen?“ Das Kind denkt, es hat die Wahl – und zack, ist das Priming gelungen.

In unserer Arbeit geht es darum, dem Unbewussten zart eine Richtung anzubieten – wie ein Kellner, der die Dessertkarte so hält, dass man das Schokotörtchen zuerst sieht.

Milton Erickson hat mit Priming ganze Lebenswege umgeleitet – mit einer Geschichte über einen Bauern, ein Pferd und einen Zaun. Gunther Schmidt macht das auch, mit seiner wunderbar verschachtelten Art zu sagen: „Es könnte ja sein, dass ein Teil von Ihnen längst weiß, wie Sie aus dieser Nummer wieder rauskommen.“

Und plötzlich entsteht Raum. Für neue Perspektiven. Für kleine Lösungsspuren, die vorher keiner gesehen hat – auch nicht der Klient. Und wir schon gar nicht.

P wie Purpose – oder:
Warum stehen wir eigentlich morgens auf?
(Und manchmal lieber nicht)

Purpose – das klingt erstmal nach Flipchart, Führungskräftecoaching und Mission-Statement. Aber eigentlich ist es viel einfacher: Purpose ist die Frage, warum mir das Ganze hier überhaupt was bedeutet.

Wozu ist das gut?
Nicht: Warum haben Sie dieses Problem?
Sondern: Wozu will ein kluger Teil von Ihnen gerade, dass Sie dieses Verhalten zeigen? Das ist charmant, paradox – und irgendwie versöhnt es.

Denn Purpose macht die Dinge leichter. Wenn ich weiß, wozu ich etwas tue – dann mache ich es nicht mehr aus Angst oder Druck, sondern aus Sinn. Und wer einen Sinn hat, kann auch eine Menge Unsinn ertragen, ohne gleich zu verzweifeln.

Wenn das Leben aus dem Leim zu gehen scheint!

Eine hypnosystemische Handreichung
für Übergänge und Verluste…

Ein Bild zum Anfang
Stellen Sie sich Wanderschuhe vor.
Gute, alte Wanderschuhe.
Sie haben viel erlebt.
Regen. Steine. Umwege.

Jetzt gehen die Nähte auf.
Nicht alles hält mehr fest.
Die Schuhe sehen anders aus.

Jedoch:
Ich kann noch mit ihnen gehen.
Nicht elegant.
Doch zuverlässig genug.

So ist es wohl auch mit dem Leben.

Wenn etwas nicht mehr passt
Immer wieder geht etwas auseinander.
Eine Beziehung.
Ein Job.
Ein Plan.
Oder ein Lebensabschnitt.

Das fühlt sich an wie:
„Damit habe ich jetzt nicht gerechnet.“

Und dann stellen sich mahnende, innere Stimmen ein,
die sich auf der Schulter wie „Aufhocker“ festsetzen..
wie ein innerer Reparaturdienst… den ich nicht bestellt habe:

„Reiß dich zusammen!“
„Das muss wieder wie früher werden!“

Aus hypnosystemischer Sicht sage ich dazu:
Alles Verhalten macht Sinn.
Auch das Festhalten.
Auch das Jammern.
Auch das Nicht-weiter-wissen.

Denn jede innere Wahrnehmung will gehört werden.
Manche können nur laut rufen.
Andere schweigen beleidigt.

Übergänge sind keine Defekte
Ein Übergang ist kein Fehler.
Er ist eher wie ein Bahnsteig.
Ich stehe da.
Der alte Zug ist weg.
Der neue kommt noch.

Das Problemerleben ist:
Niemand hat uns beigebracht,
wie man gut wartet.

„Ich steh hier nicht rum.
Ich übe Zukunft.“
…könnte ich humorvoll anmerken..

Und genau darum geht es.

Orientierung, wenn der Boden wackelt
Hypnosystemisch bedeutet hier:
Wir schauen nicht nur auf das Problem-erleben.
Wir schauen auf Beziehungen.
Auf innere Stimmen.
Auf Möglichkeiten.

Eine einfache Frage kann helfen:

„Was hält noch?“

Nicht:
Was ist kaputt?

Sondern:
Was trägt mich noch ein Stück?
• Ein Mensch, der zuhört
• Eine Gewohnheit, die guttut
• Ein Gedanke wie: Ich darf langsam sein

Das sind die „alten Schnürsenkel“.
Nicht schön.
Aber brauchbar.

Verluste würdigen
Was gegangen ist, war wichtig.
Sonst würde es nicht fehlen.

Ich darf traurig sein.
Ich darf wütend sein.
Ich darf auch lachen –
manchmal aus Versehen.
Humor ist kein Weglachen.
Humor ist ein tiefes Durchatmen mit Worten.

Kleine innere Handreichung
Wenn Sie mögen, probieren Sie das:
• Setzen Sie sich bequem hin
• Denken Sie an Ihre „aufgegangenen Nähte“
• Und fragen Sie sich leise:
„Was in mir weiß trotzdem, wie Gehen geht?“

Antworten kommen selten als Sätze.
Eher als Bilder.
Oder als Gefühl.
Oder als stilles Nicken.
Das reicht.

Am Ende
Die Schuhe lassen sich nicht mehr reparieren,
zumindest nicht so, dass sie wirken, als wären sie neu.

Sie erzählen Geschichte.
Sie zeigen Übergang.

Und solange ich noch gehen kann,
auch langsam,
auch schief,
ist das Leben nicht aus dem Leim gegangen.

Es ist lediglich dabei,
sich neu zusammenzuhalten.

Und das ist –
bei allem Ernst –
ziemlich menschlich.

Wenn sich Türen wieder öffnen dürfen

Manche Tiere wissen mehr über das Leben,
als wir ihnen zutrauen.
Zum Beispiel die Weinbergschnecke.

Wenn der Winter kommt, zieht sie sich zurück.
Nicht aus Trotz.
Nicht aus Bequemlichkeit.
Sondern als Schutz.

Sie verschließt den Eingang zu ihrem Haus
mit einer Mischung aus Kalk und Schleim.
Fachleute nennen das Epiphragma.
Ich nenne es: eine kluge Entscheidung.
Denn so überlebt sie eine Zeit, die sonst zu kalt, zu hart, zu viel wäre.

So habe ich mich gefühlt, als mein Sohn
vor zehn Jahren durch Suizid gestorben ist.
Ich habe meine Türen zugemacht.
Nicht für immer – aber gründlich.

Besonders die Musik habe ich verschlossen.
Dabei war sie unser gemeinsamer Raum gewesen.
Tilman am Kontrabass.
Ich an der Gitarre.
Wir haben zusammen komponiert,
gespielt, ausprobiert.
Musik war Verbindung. Nähe. Zuhause.

Nach seinem Tod wollte ich davon nichts mehr wissen.
Nicht, weil ich die Musik nicht liebte,
sondern weil sie mich zu sehr liebte.
Und zu genau wusste, wo es weh tut.

Erst durch die Begegnung mit anderen verwaisten Eltern
und bei VIVAS habe ich langsam verstanden:
Ich bin nicht allein.
Und: Ich bin nicht kaputt.
Ich bin – wie die Schnecke –
gut organisiert für eine Zeit des Überlebens.

Und dann kam David.
Er fragte mich unverhohlen,
ob ich bei einer Veranstaltung Musik machen wolle.

Ich habe spontan abgesagt.
Meine Schneckentür
war noch fest verschlossen.

Trotzdem kam etwas in Bewegung in mir…
– wie das so ist –
habe ich doch ein Lied geschrieben.
Nicht mutig.
Eher vorsichtig.

Ich habe meinen Sohn innerlich mitspielen lassen.
Und plötzlich war da wieder etwas,
das ich fast vergessen hatte:
Vertrauen.
Nicht das große.
Aber ein kleines.
So groß wie ein Schneckenhaus-Eingang im Frühling.

Inzwischen durfte ich mehrfach bei VIVAS-Veranstaltungen,
besonders bei Segnungsfeiern, meine Lieder einbringen.
Und jedes Mal fühlt es sich ein bisschen so an,
als würde ich den Kalkdeckel lösen.
Nicht, weil alles gut ist,
sondern weil Leben wieder durchkommen will.

Ich bin den Menschen bei VIVAS dankbar
und den anderen Trauernden.
Weil sie mich sehen,
weil ich aus der Unsichtbarkeit langsam wieder in die Sichtbarkeit komme.
Und damit auch wieder gehört werde.

Vielleicht ist das einer der leisen Wege zurück ins Leben:
Nicht die Tür aufzureißen.
Sondern sie einen Spalt zu öffnen.
Wie eine Schnecke im Frühling.

Und dann zu merken:
Die Welt ist noch da.
Und ich auch.  (SP)

Die Sternsinger, die Hypnose und das, was nie stattgefunden hat!

Ein hypnosystemischer Blick auf eine jahrtausendealte Vorstellung

Heute ziehen sie wieder los.
Von Haus zu Haus.
Mit schief sitzenden Kronen,
kalten Fingern, einem Stern aus Pappe –
und mit einer erstaunlichen inneren Gewissheit:
Wir bringen etwas.
Nicht Pakete.
Nicht Rechnungen.
Nicht ungefragte Ratschläge.
Sondern: Segen

Nun könnte man sagen:
„Das ist ja nett.
Aber historisch betrachtet eher dünn belegt.“
Denn Hand aufs Herz:
Wir wissen nicht,
ob es die Sternsinger je gegeben hat.
Wir wissen nicht, ob es drei waren.
Oder mehr.
Oder ob sie Könige waren oder nur Leute,
die nachts schlecht schlafen konnten
und deshalb in den Himmel schauten.
Und trotzdem:
Seit Jahrhunderten gehen Menschen los –
wegen einer Geschichte, die vielleicht nie stattgefunden hat.
Und genau hier wird es hypnosystemisch hochinteressant.

Was nie war – und trotzdem wirkt
Aus hypnosystemischer Sicht
ist eine entscheidende Frage nicht:
Ist es passiert?
sondern:
Was macht es mit uns?
Milton Erickson hätte vermutlich gesagt:
„Wenn etwas wirkt, dann ist es real genug.“
Die Sternsinger sind ein Paradebeispiel
für eine wirksame innere Konstruktion.
Ein gemeinsames Bild.
Ein geteiltes Narrativ.
Eine kollektive Imagination.
Oder, etwas nüchterner formuliert:
Ein stabiler innerer Bezugsrahmen, der Orientierung gibt.

„Ob es stimmt, ist zweitrangig.
Hauptsache, es hilft beim Menschsein.“

Der Stern als innerer Fokus!
In der Hypnosystemik arbeiten wir ständig mit „Sternen“.
Wir nennen sie nur anders:
•           Ressourcen
•           innere Bilder
•           hilfreiche Metaphern
•           Zukunftsbilder
•           Möglichkeitsräume

Der Stern der Weisen
ist kein Navigationsgerät aus dem Baumarkt.
Er ist ein Fokuspunkt.
Und jeder, der schon einmal
einen Klienten gefragt hat
„Woran würden Sie merken,
dass es ein kleines Stück besser ist?“
weiß:
Ein Bild reicht.
Ein Lichtpunkt.
Eine Ahnung.
Die Sternsinger gehen nicht,
weil sie wissen, wo sie ankommen.
Sie gehen, weil sie sich vorstellen können,
dass es einen Sinn gibt, loszugehen.
Und genau das ist hypnosystemisch betrachtet hochprofessionell.

Das Haus als System
Wenn Sternsinger an einer Tür klingeln,
betreten sie ein System.
Manchmal freundlich.
Oder skeptisch.
Oder mit dem Satz:
„Wir haben gerade keine Zeit.“
Sie kommen trotzdem.
Nicht invasiv.
Nicht missionierend.
Sie hinterlassen etwas –
ein Zeichen, eine Spur, ein Ritual.
Hypnosystemisch würden wir sagen:
Sie setzen einen minimalen,
respektvollen Impuls,
der das System nicht überfordert,
aber etwas Neues anbietet.
Ein Kreidestrich.
Ein Segenswort.
Ein Lächeln.

„Sie gehen wieder, bevor man sie bitten kann, den Müll runterzubringen.“

Warum das alles einen Nutzen hat
Der Nutzen liegt nicht im Beweis.
Nicht in der historischen Genauigkeit.
Nicht in der Frage, ob das wirklich so war.
Der Nutzen liegt darin, dass Menschen
seit Jahrhunderten lernen:

Ich kann mich auf den Weg machen,
ohne alles zu wissen..

Ich kann einer Ahnung folgen..

Ich kann Licht weitergeben,
auch wenn ich selbst friere..

Ich kann glauben,
dass ein kleines Zeichen Wirkung hat..

Oder hypnosystemisch formuliert:
Solche Geschichten stabilisieren
hilfreiche innere Zustände,
sie fördern Kohärenz, Sinn, Zugehörigkeit
und eröffnen Möglichkeitsräume –
individuell wie gesellschaftlich.

Zum Schluss (fast ernst)
Möglicherweise sind die Sternsinger
gar keine Erinnerung an die Vergangenheit.
Sondern eine Einladung an die Gegenwart..
Loszugehen.
Mit einem Bild im Kopf.
Mit einem Stern,
der nicht beweisen muss, dass er echt ist.
Frei nach Hanns Dieter Hüsch:
„Wenn wir schon nicht wissen,
wo wir herkommen –
dann sollten wir wenigstens wissen,
wofür wir losgehen.“
Und genau das tun sie heute wieder.
Von Haus zu Haus.
Mit einem Stern, der vielleicht nie da war –
und doch seit Jahrhunderten leuchtet.

Beratung in irritierten Systemen (nach Vorwürfen von sexualisierter Gewalt) und die Gefahr der „sekundären Viktimisierung“

Ein Appell zur Sensibilität und Unterstützung

Sexualisierte Gewalt (auch verbale Anzüglichkeiten, missbräuchliche Machtausübung Vorgesetzter) ist eine nach wie vor verdrängte Realität, die das Leben von Betroffenen für immer verändern kann. Doch neben den direkten Auswirkungen der erlebten Gewalt gibt es eine zusätzliche Gefahr, die übersehen wird: die sekundäre Viktimisierung.

Der sperrige Begriff „sekundäre Viktimisierung“ stammt aus der Sozialwissenschaft und beschreibt den Wandel von „betroffen sein“ hin „zum Opfer gemacht werden“. So kann die betroffene Person einer wie auch immer gearteten Gewalttat durch unsensible Reaktionen und Verhaltensweisen Dritter erneut zur geschädigten Person werden, indem Familie und Freunde oder aber auch Polizisten, Richter oder Staatsanwälte unangemessen auf die Enthüllung von z.B. sexualisierter Gewalt reagieren – indem sie die Glaubwürdigkeit der betroffenen Person in Frage stellen oder ihr eine Mitschuld an der Tat geben. Diese Reaktionen können dazu führen, dass sie sich darüber hinaus schuldig oder beschämt fühlt und sich möglicherweise zurückzieht, anstatt Unterstützung zu suchen. Solche Verhaltensweisen können das Trauma-Erleben der Betroffenen erneut aufrufen bzw. verstärken, den Verarbeitungsprozess stark beeinflussen und dazu führen, dass auch eine Rücknahme von berechtigten Vorwürfen die Folge ist. (Mussten Sie so einen Rock anziehen? Wenn Sie bei den Vorwürfen bleiben, schaden Sie dem Kollegen, Vorgesetzten.) Auch das Wiedergeben des Tathergangs kann für Betroffene eine anhaltende Belastung darstellen.

 Institutionelle Reaktionen spielen ebenfalls eine große Rolle bei der sekundären Viktimisierung. Wenn Behörden, medizinische Einrichtungen oder rechtliche Institutionen nicht angemessen auf die Tat reagieren, kann dies die Traumatisierung verstärken und Vertrauen in das System untergraben.

 Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir als Gesellschaft sensibilisiert sind und eine unterstützende Umgebung schaffen, in der Betroffene von sexualisierter Gewalt ohne Angst vor Stigmatisierung oder Zweifeln an der Glaubwürdigkeit ihrer Geschichte Hilfe suchen können. Dies erfordert einen respektvollen Umgang mit Betroffenen und die Gewährleistung, dass Institutionen und Systeme darauf vorbereitet sind, adäquat zu reagieren und Unterstützung anzubieten.

 Die Aufklärung über die Gefahr der sekundären Viktimisierung und die Schulung von Fachleuten in verschiedenen Bereichen sind entscheidend, um die Unterstützung für Betroffene von sexualisierter Gewalt zu verbessern. Ein einfühlsames und verständnisvolles Umfeld kann einen wesentlichen Unterschied im Prozess machen und den Weg zu Gerechtigkeit und Wiedergutmachung ebnen.

Es liegt an uns allen, die Stigmatisierung und das Schweigen zu brechen, Betroffenen von sexualisierter Gewalt zuzuhören und sie zu unterstützen. Indem wir eine Kultur der Offenheit, des Glaubens, der Unterstützung und der Empathie schaffen, können wir dazu beitragen, die Auswirkungen der sekundären Viktimisierung zu minimieren um so einen Weg aus dem Erlebten zu erleichtern.

 

Die Gefahr der sekundären Viktimisierung nach (Vorwürfen von) sexualisierter Gewalt:

Tiergestützte Begleitung im hypnosystemischen Coaching

Wenn Sie wissen wollen, wie es mir geht, fragen Sie meinen Hund!

In der heutigen schnelllebigen Welt suchen viele Menschen nach Wegen um mit Stress, Angst und anderen emotionalen Herausforderungen umzugehen. Dabei hat sich die tiergestützte Therapie als wirksame Methode erwiesen um emotionale Unterstützung und Veränderung zu fördern. Als hypnosystemischer Coach  habe ich mich bewusst dafür entschieden, diese innovative Methode in meine Praxis zu integrieren, mit meiner  Hündin Siya.

Die Idee, tiergestützte Begleitung mit Siya anzubieten, basiert auf der Überzeugung, dass Tiere eine einzigartige Fähigkeit haben, eine Brücke zwischen uns Menschen und unserem inneren Selbst herzustellen. Hunde sind bekannt für ihre einfühlsame Natur und ihre Fähigkeit, nonverbale Signale zu erkennen. Sie spiegeln unsere Emotionen wider ohne Vorurteile und schaffen so einen Raum, in dem wir uns sicher und akzeptiert fühlen können.

In meiner Arbeit, nach den Grundlagen von Milton Erickson, geht es mir darum, „das Unbewusste“ zu aktivieren und Veränderungen auf einer unbewussten Ebene zu bewirken. Tiere, insbesondere Hunde, sind Meister darin, mit ihrem instinktiven Gespür für Emotionen und Bedürfnisse eine Verbindung zu uns herzustellen.

Die tiergestützte Begleitung in Verbindung mit der hypnosystemischen Methode ermöglicht einen ganzheitlichen Ansatz zur Förderung von Veränderung und „Selbstwahrgebung“. Durch das  Erkennen einer Trance in der hypnosystemischen Therapie wird der Fokus auf die Stärkung unserer inneren Ressourcen und die (Auf) Lösung von „Problemerleben“ gelegt. Wenn wir diese Methode mit der Anwesenheit eines tierischen Begleiters verbinden, entsteht eine kraftvolle Synergie, die die Einsicht auf einer noch tieferen Ebene unterstützt.

Hunde sind nicht nur treue Begleiter, sondern sie spiegeln auch die sogenannten „inneren Zustände“ wider und unterstützen dabei, sich selbst besser zu verstehen. Ihre bloße Anwesenheit allein kann oft eine Wirkung haben und dabei helfen, sich in einen Zustand von Entspannung und Offenheit zu versetzen, der den therapeutischen Prozess unterstützt.

In meiner Praxis beobachte ich immer wieder, wie Siya intuitiv auf Bedürfnisse der Klienten reagiert. Sie schenkt immer wieder Trost, ermutigt zur Offenheit und hilft dabei, emotionale Blockaden zu erkennen. Die bloße Anwesenheit von Siya reicht oft  aus, ohne Worte!

Darüber hinaus fördert die Interaktion mit einem Hund auch wichtige zwischenmenschliche Fähigkeiten wie Empathie, Aufmerksamkeit und Vertrauen. Diese Fähigkeiten sind entscheidend für den Aufbau gesunder Beziehungen zu anderen Menschen und können durch die Arbeit mit einem tierischen Begleiter weiterentwickelt werden.

In ähnlicher Weise können die Interaktionen mit einem Hund metaphorische Bedeutungen haben und dabei helfen, tief verwurzelte Überzeugungen und Verhaltensmuster zu erkennen und zu transformieren. Die Beziehung zu einem Hund kann als eine Art Spiegel dienen, der erlaubt, sich selbst und meine Beziehungen zu anderen auf einer tieferen Ebene zu betrachten.

In einer Welt, die oft von Hektik und Stress geprägt ist, bietet die Kombination aus tiergestützter Begleitung und hypnosystemischem Coaching einen einzigartigen Raum der Ruhe, des Wachstums und des Mitgefühls in der Selbstreflexion an.

Wenn Sie also wirklich wissen wollen, wie es Ihnen geht, dann schauen Sie nicht nur in den Spiegel, sondern achten Sie auch auf die Reaktionen und das Verhalten Ihres tierischen Begleiters – denn oft kann er uns mehr über uns selbst verraten, als wir zunächst wahrnehmen und ahnen.

Hypnosystemische Trauerbegleitung – ein Leitfaden für die Begleitung in der Praxis!

Trauer- und Beziehungsbegleitung ist kein linearer Prozess. Von Verlusten betroffene, traumatisierte Menschen befinden sich in einer Trance, einer Trauertrance. Sie sehen, hören, erleben Dinge anders. Trance bedeutet das Vorherrschen eines massiven, unwillkürlichen Erlebens und geschieht ohne willentliches Steuern. Die oft verzweifelte Suche nach Veränderung aus dem Unfassbaren (der Trance) ist häufig der Antrieb, wofür Trauernde kommen.

Aus hypnosystemischer Sicht geht es mir um eine neu zu findende Beziehung des Trauernden zum Verstorbenen. Der hypnosystemische Ansatz in der Trauerbegleitung orientiert sich an dem Beziehungssystem, das der Weggegangene und der Hiergebliebene bilden. Sie anerkennt die schmerzliche Unveränderlichkeit der Abwesenheit eines geliebten Menschens – in der es zunächst keine Normalität mehr gibt.

Ein „Suchen des Verstorbenen“ geschieht unwillkürlich als hilfreiche Ressource in der Trauer.

Den geliebten Menschen nicht „loslassen“ zu müssen, sondern eine Veränderung in der „eigenen Erlebniswelt“ aufzudecken, ist eine Handlungsidee in der systemischen Trauerbegleitung.

Trauerbegleitung, wie ich sie verstehe, bedeutet sich auf den Weg zu machen …

Das Wunder im Einmachglas

Das Wunder im Einmachglas

 

 

Es war eine ruhige Nacht, als Tim, ein Junge mit einem verschmitzten Lächeln und einer außergewöhnlichen Liebe zur Handwerkskunst, beschloss, seiner Schwester Anne ein besonderes Geschenk zu machen. Anne glaubte, seit dem Tod ihres kleinen Bruders, nicht mehr an Weihnachten und sah die Feierlichkeiten als eine Reihe von Ritualen ohne Bedeutung.

Tim, der das Down-Syndrom hatte, verstand, dass seine Schwester anders dachte. Dennoch glaubte er an die besondere Bedeutung von Weihnachten. Er entschied sich, aus den Haselnuss-Stöcken, die er im Sommer abgeschnitten hatte, eine  Krippe aus Holz zu schnitzen und sie Anne zum Geschenk zu machen, um ihr das Wunder der Weihnachtszeit näherzubringen.

Tag für Tag arbeitete Tim behutsam an den Hölzern. Seine Finger formten mit dem alten Messer, das er von Opa bekommen hatte, behutsam jede Figur aus Holz – Maria, Josef und das Jesuskind. Er versuchte, die Liebe und Wärme, die er mit Weihnachten verband, in seine Figuren zu legen.

Als die Figuren fertig waren, brauchte er noch einen Stall dafür und den hat er schnell gefunden, als er in der Küche ein altes Einmachglas fand. Zunächst nahm er aus dem Hasenstall ein bisschen Heu und polsterte das Glas aus und stellte dann Josef, Maria und das Kind hinein.

Tim betrachtete sie mit einem Strahlen in den Augen. Er rief Anne zu sich und überreichte ihr das Geschenk. Seine Schwester war zunächst überrascht und irritiert, aber als sie die Figuren im Glas genau anschaute, war ihr so als spürte sie die Tiefe der Liebe, die in Timis Werk steckte.

Tim erklärte ihr sanft die Geschichte der Krippe und wie sie die Geburt Jesu darstellte. Er erzählte von der Bedeutung des Friedens, der Versöhnung und auch von der Bereitschaft zu teilen. All das verstand Tim von Weihnachten. Anne lauschte seinen Worten und begann zu verstehen, was für Tim die Bedeutung dieses Festes ausmacht.

Die heilige Familie aus Holz, geschnitzt von Timis Händen, war nicht nur ein Geschenk, sondern eine Botschaft von Liebe und Verständnis. Es war eine Geste auch von Großzügigkeit, die Anne half, Weihnachten aus einer anderen Perspektive zu betrachten – nicht als bloßes Ritual, sondern als Feier von Liebe und Menschlichkeit.

Timis Geschenk war für Anne bedeutend, nicht nur, weil sie ihn so sehr liebte, sondern weil er ihr das Wunder von Weihnachten auf seine Art und Weise nahe brachte. Es war ein tiefer Moment der Verbundenheit zwischen den Geschwistern. Er zeigte, dass etwas auch existiert obwohl ich es nicht sehen kann und dass der Glaube an etwas Größeres nicht immer religiös sein muss, sondern in der Einfachheit einer Geste und der Liebe zwischen Menschen zu finden ist.

Theo und die Schneckentür – eine Geschichte die zeigt, wie wir über den Winter kommen!

Die Geschichte von Theo Schnecke, der sein Haus im Winter mit einer Kalktür verschließt, spiegelt Aspekte von Selbstpflege, Selbstreflexion und Vorbereitung wider, die auch in der Supervision und im Coaching eine Rolle spielen.

Selbstpflege und Schutz
Ähnlich wie die Schnecke ihr Haus mit einer Kalktür verschließt, um sich vor den besonderen Herausforderungen des Winters zu schützen, geht es in der Supervision darum, sich selbst zu schützen und sich um das eigene Wohlergehen zu kümmern. Coaches und Supervisoren ermutigen dazu, sich auch um sich selbst zu kümmern, um für Veränderungen gewappnet zu sein.

Vorbereitung und Reflektion
Die Schnecke bereitet sich aktiv auf die kalte Jahreszeit vor, indem sie ihr Haus sichert. Ähnlich reflektieren Personen in Supervision und Coaching ihre Erfahrungen und bereiten sich darauf vor, wie sie mit verschiedenen Situationen umgehen können. Es geht darum, sich selbst und andere besser zu verstehen.

Klare Abgrenzung und Fokus
Die Kalktür dient der klaren Abgrenzung des eigenen Raums. In ähnlicher Weise unterstützt Supervision und Coaching dabei, klare Grenzen zu setzen und sich auf bestimmte Ziele, oder einen Weg dorthin, zu fokussieren.

Unterstützung und Anleitung
Wie die Schnecke im Winter Schutz sucht, bieten Supervisoren und Coaches eine unterstützende Rolle, indem sie unterstützen, den Blick zu klären und Strategien zu entwickeln, um mit schwierigen Situationen oder Veränderungen umzugehen.

Die Geschichte der Schnecke mit der Kalktür im Winter zeigt, wie Vorbereitung, Selbstpflege und klare Fokussierung auf persönliche Bedürfnisse wichtige Bestandteile von Supervision und Coaching sind, um zu verstehen und persönliches Wachstum zu fördern.

 

Theo kommt gut über den Winter

In einem malerischen Garten lebte eine Schnecke namens Theo, der sich auf den bevorstehenden Winter vorbereiten wollte. Als Vorbote der kalten Jahreszeit begannen die Blätter sich zu verfärben, und Theo spürte den Hauch des kommenden Frostes.

Entschlossen, sich auf die Herausforderungen des Winters vorzubereiten, begann Theo, in alt bewährter Art, seine Schneckenhaustür mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Speichel und Kalk zu verschließen. Mit dieser vertrauten und ureigenen Art die nur Schnecken kennen, konnte er nicht nur eine solide Versiegelung schaffen, sondern auch eine Schicht die Wärme bewahren und ihn vor den frostigen Temperaturen schützen würde.

Tag für Tag arbeitete Theo beharrlich daran, die Tür zu versiegeln. Er erzeugte in seinem Haus kleine Kalkpartikel und nutzte seinen Speichel, um eine dauerhafte Abdichtung zu schaffen. Während er arbeitete, dachte er über die kommenden Monate nach und wie er sich auf den Winter vorbereiten konnte.

Schließlich, als die letzte Ritze versiegelt war, fühlte sich Theo sicher und bereit für die Herausforderungen des Winters. Die Tür, die er mit Speichel und Kalk verschlossen hatte, war eben nicht nur eine bauliche Barriere, sondern ein Symbol für seine Vorbereitung und Entschlossenheit, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

Während der Wintermonate verweilte Theo in seinem warmen, gut abgedichteten Haus. Dank seiner Vorbereitung konnte er die Kälte draußen lassen und sich auf die Ruhezeit konzentrieren. Inmitten des Winters reflektierte er über seine Pläne für das kommende Frühjahr und freute sich darauf, gestärkt und bereichert aus dieser Zeit hervorzugehen.