Wenn sich Türen wieder öffnen dürfen

Manche Tiere wissen mehr über das Leben,
als wir ihnen zutrauen.
Zum Beispiel die Weinbergschnecke.

Wenn der Winter kommt, zieht sie sich zurück.
Nicht aus Trotz.
Nicht aus Bequemlichkeit.
Sondern als Schutz.

Sie verschließt den Eingang zu ihrem Haus
mit einer Mischung aus Kalk und Schleim.
Fachleute nennen das Epiphragma.
Ich nenne es: eine kluge Entscheidung.
Denn so überlebt sie eine Zeit, die sonst zu kalt, zu hart, zu viel wäre.

So habe ich mich gefühlt, als mein Sohn
vor zehn Jahren durch Suizid gestorben ist.
Ich habe meine Türen zugemacht.
Nicht für immer – aber gründlich.

Besonders die Musik habe ich verschlossen.
Dabei war sie unser gemeinsamer Raum gewesen.
Tilman am Kontrabass.
Ich an der Gitarre.
Wir haben zusammen komponiert,
gespielt, ausprobiert.
Musik war Verbindung. Nähe. Zuhause.

Nach seinem Tod wollte ich davon nichts mehr wissen.
Nicht, weil ich die Musik nicht liebte,
sondern weil sie mich zu sehr liebte.
Und zu genau wusste, wo es weh tut.

Erst durch die Begegnung mit anderen verwaisten Eltern
und bei VIVAS habe ich langsam verstanden:
Ich bin nicht allein.
Und: Ich bin nicht kaputt.
Ich bin – wie die Schnecke –
gut organisiert für eine Zeit des Überlebens.

Und dann kam David.
Er fragte mich unverhohlen,
ob ich bei einer Veranstaltung Musik machen wolle.

Ich habe spontan abgesagt.
Meine Schneckentür
war noch fest verschlossen.

Trotzdem kam etwas in Bewegung in mir…
– wie das so ist –
habe ich doch ein Lied geschrieben.
Nicht mutig.
Eher vorsichtig.

Ich habe meinen Sohn innerlich mitspielen lassen.
Und plötzlich war da wieder etwas,
das ich fast vergessen hatte:
Vertrauen.
Nicht das große.
Aber ein kleines.
So groß wie ein Schneckenhaus-Eingang im Frühling.

Inzwischen durfte ich mehrfach bei VIVAS-Veranstaltungen,
besonders bei Segnungsfeiern, meine Lieder einbringen.
Und jedes Mal fühlt es sich ein bisschen so an,
als würde ich den Kalkdeckel lösen.
Nicht, weil alles gut ist,
sondern weil Leben wieder durchkommen will.

Ich bin den Menschen bei VIVAS dankbar
und den anderen Trauernden.
Weil sie mich sehen,
weil ich aus der Unsichtbarkeit langsam wieder in die Sichtbarkeit komme.
Und damit auch wieder gehört werde.

Vielleicht ist das einer der leisen Wege zurück ins Leben:
Nicht die Tür aufzureißen.
Sondern sie einen Spalt zu öffnen.
Wie eine Schnecke im Frühling.

Und dann zu merken:
Die Welt ist noch da.
Und ich auch.  (SP)

Die Sternsinger, die Hypnose und das, was nie stattgefunden hat!

Ein hypnosystemischer Blick auf eine jahrtausendealte Vorstellung

Heute ziehen sie wieder los.
Von Haus zu Haus.
Mit schief sitzenden Kronen,
kalten Fingern, einem Stern aus Pappe –
und mit einer erstaunlichen inneren Gewissheit:
Wir bringen etwas.
Nicht Pakete.
Nicht Rechnungen.
Nicht ungefragte Ratschläge.
Sondern: Segen

Nun könnte man sagen:
„Das ist ja nett.
Aber historisch betrachtet eher dünn belegt.“
Denn Hand aufs Herz:
Wir wissen nicht,
ob es die Sternsinger je gegeben hat.
Wir wissen nicht, ob es drei waren.
Oder mehr.
Oder ob sie Könige waren oder nur Leute,
die nachts schlecht schlafen konnten
und deshalb in den Himmel schauten.
Und trotzdem:
Seit Jahrhunderten gehen Menschen los –
wegen einer Geschichte, die vielleicht nie stattgefunden hat.
Und genau hier wird es hypnosystemisch hochinteressant.

Was nie war – und trotzdem wirkt
Aus hypnosystemischer Sicht
ist eine entscheidende Frage nicht:
Ist es passiert?
sondern:
Was macht es mit uns?
Milton Erickson hätte vermutlich gesagt:
„Wenn etwas wirkt, dann ist es real genug.“
Die Sternsinger sind ein Paradebeispiel
für eine wirksame innere Konstruktion.
Ein gemeinsames Bild.
Ein geteiltes Narrativ.
Eine kollektive Imagination.
Oder, etwas nüchterner formuliert:
Ein stabiler innerer Bezugsrahmen, der Orientierung gibt.

„Ob es stimmt, ist zweitrangig.
Hauptsache, es hilft beim Menschsein.“

Der Stern als innerer Fokus!
In der Hypnosystemik arbeiten wir ständig mit „Sternen“.
Wir nennen sie nur anders:
•           Ressourcen
•           innere Bilder
•           hilfreiche Metaphern
•           Zukunftsbilder
•           Möglichkeitsräume

Der Stern der Weisen
ist kein Navigationsgerät aus dem Baumarkt.
Er ist ein Fokuspunkt.
Und jeder, der schon einmal
einen Klienten gefragt hat
„Woran würden Sie merken,
dass es ein kleines Stück besser ist?“
weiß:
Ein Bild reicht.
Ein Lichtpunkt.
Eine Ahnung.
Die Sternsinger gehen nicht,
weil sie wissen, wo sie ankommen.
Sie gehen, weil sie sich vorstellen können,
dass es einen Sinn gibt, loszugehen.
Und genau das ist hypnosystemisch betrachtet hochprofessionell.

Das Haus als System
Wenn Sternsinger an einer Tür klingeln,
betreten sie ein System.
Manchmal freundlich.
Oder skeptisch.
Oder mit dem Satz:
„Wir haben gerade keine Zeit.“
Sie kommen trotzdem.
Nicht invasiv.
Nicht missionierend.
Sie hinterlassen etwas –
ein Zeichen, eine Spur, ein Ritual.
Hypnosystemisch würden wir sagen:
Sie setzen einen minimalen,
respektvollen Impuls,
der das System nicht überfordert,
aber etwas Neues anbietet.
Ein Kreidestrich.
Ein Segenswort.
Ein Lächeln.

„Sie gehen wieder, bevor man sie bitten kann, den Müll runterzubringen.“

Warum das alles einen Nutzen hat
Der Nutzen liegt nicht im Beweis.
Nicht in der historischen Genauigkeit.
Nicht in der Frage, ob das wirklich so war.
Der Nutzen liegt darin, dass Menschen
seit Jahrhunderten lernen:

Ich kann mich auf den Weg machen,
ohne alles zu wissen..

Ich kann einer Ahnung folgen..

Ich kann Licht weitergeben,
auch wenn ich selbst friere..

Ich kann glauben,
dass ein kleines Zeichen Wirkung hat..

Oder hypnosystemisch formuliert:
Solche Geschichten stabilisieren
hilfreiche innere Zustände,
sie fördern Kohärenz, Sinn, Zugehörigkeit
und eröffnen Möglichkeitsräume –
individuell wie gesellschaftlich.

Zum Schluss (fast ernst)
Möglicherweise sind die Sternsinger
gar keine Erinnerung an die Vergangenheit.
Sondern eine Einladung an die Gegenwart..
Loszugehen.
Mit einem Bild im Kopf.
Mit einem Stern,
der nicht beweisen muss, dass er echt ist.
Frei nach Hanns Dieter Hüsch:
„Wenn wir schon nicht wissen,
wo wir herkommen –
dann sollten wir wenigstens wissen,
wofür wir losgehen.“
Und genau das tun sie heute wieder.
Von Haus zu Haus.
Mit einem Stern, der vielleicht nie da war –
und doch seit Jahrhunderten leuchtet.

Beratung in irritierten Systemen (nach Vorwürfen von sexualisierter Gewalt) und die Gefahr der „sekundären Viktimisierung“

Ein Appell zur Sensibilität und Unterstützung

Sexualisierte Gewalt (auch verbale Anzüglichkeiten, missbräuchliche Machtausübung Vorgesetzter) ist eine nach wie vor verdrängte Realität, die das Leben von Betroffenen für immer verändern kann. Doch neben den direkten Auswirkungen der erlebten Gewalt gibt es eine zusätzliche Gefahr, die übersehen wird: die sekundäre Viktimisierung.

Der sperrige Begriff „sekundäre Viktimisierung“ stammt aus der Sozialwissenschaft und beschreibt den Wandel von „betroffen sein“ hin „zum Opfer gemacht werden“. So kann die betroffene Person einer wie auch immer gearteten Gewalttat durch unsensible Reaktionen und Verhaltensweisen Dritter erneut zur geschädigten Person werden, indem Familie und Freunde oder aber auch Polizisten, Richter oder Staatsanwälte unangemessen auf die Enthüllung von z.B. sexualisierter Gewalt reagieren – indem sie die Glaubwürdigkeit der betroffenen Person in Frage stellen oder ihr eine Mitschuld an der Tat geben. Diese Reaktionen können dazu führen, dass sie sich darüber hinaus schuldig oder beschämt fühlt und sich möglicherweise zurückzieht, anstatt Unterstützung zu suchen. Solche Verhaltensweisen können das Trauma-Erleben der Betroffenen erneut aufrufen bzw. verstärken, den Verarbeitungsprozess stark beeinflussen und dazu führen, dass auch eine Rücknahme von berechtigten Vorwürfen die Folge ist. (Mussten Sie so einen Rock anziehen? Wenn Sie bei den Vorwürfen bleiben, schaden Sie dem Kollegen, Vorgesetzten.) Auch das Wiedergeben des Tathergangs kann für Betroffene eine anhaltende Belastung darstellen.

 Institutionelle Reaktionen spielen ebenfalls eine große Rolle bei der sekundären Viktimisierung. Wenn Behörden, medizinische Einrichtungen oder rechtliche Institutionen nicht angemessen auf die Tat reagieren, kann dies die Traumatisierung verstärken und Vertrauen in das System untergraben.

 Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir als Gesellschaft sensibilisiert sind und eine unterstützende Umgebung schaffen, in der Betroffene von sexualisierter Gewalt ohne Angst vor Stigmatisierung oder Zweifeln an der Glaubwürdigkeit ihrer Geschichte Hilfe suchen können. Dies erfordert einen respektvollen Umgang mit Betroffenen und die Gewährleistung, dass Institutionen und Systeme darauf vorbereitet sind, adäquat zu reagieren und Unterstützung anzubieten.

 Die Aufklärung über die Gefahr der sekundären Viktimisierung und die Schulung von Fachleuten in verschiedenen Bereichen sind entscheidend, um die Unterstützung für Betroffene von sexualisierter Gewalt zu verbessern. Ein einfühlsames und verständnisvolles Umfeld kann einen wesentlichen Unterschied im Prozess machen und den Weg zu Gerechtigkeit und Wiedergutmachung ebnen.

Es liegt an uns allen, die Stigmatisierung und das Schweigen zu brechen, Betroffenen von sexualisierter Gewalt zuzuhören und sie zu unterstützen. Indem wir eine Kultur der Offenheit, des Glaubens, der Unterstützung und der Empathie schaffen, können wir dazu beitragen, die Auswirkungen der sekundären Viktimisierung zu minimieren um so einen Weg aus dem Erlebten zu erleichtern.

 

Die Gefahr der sekundären Viktimisierung nach (Vorwürfen von) sexualisierter Gewalt:

Tiergestützte Begleitung im hypnosystemischen Coaching

Wenn Sie wissen wollen, wie es mir geht, fragen Sie meinen Hund!

In der heutigen schnelllebigen Welt suchen viele Menschen nach Wegen um mit Stress, Angst und anderen emotionalen Herausforderungen umzugehen. Dabei hat sich die tiergestützte Therapie als wirksame Methode erwiesen um emotionale Unterstützung und Veränderung zu fördern. Als hypnosystemischer Coach  habe ich mich bewusst dafür entschieden, diese innovative Methode in meine Praxis zu integrieren, mit meiner  Hündin Siya.

Die Idee, tiergestützte Begleitung mit Siya anzubieten, basiert auf der Überzeugung, dass Tiere eine einzigartige Fähigkeit haben, eine Brücke zwischen uns Menschen und unserem inneren Selbst herzustellen. Hunde sind bekannt für ihre einfühlsame Natur und ihre Fähigkeit, nonverbale Signale zu erkennen. Sie spiegeln unsere Emotionen wider ohne Vorurteile und schaffen so einen Raum, in dem wir uns sicher und akzeptiert fühlen können.

In meiner Arbeit, nach den Grundlagen von Milton Erickson, geht es mir darum, „das Unbewusste“ zu aktivieren und Veränderungen auf einer unbewussten Ebene zu bewirken. Tiere, insbesondere Hunde, sind Meister darin, mit ihrem instinktiven Gespür für Emotionen und Bedürfnisse eine Verbindung zu uns herzustellen.

Die tiergestützte Begleitung in Verbindung mit der hypnosystemischen Methode ermöglicht einen ganzheitlichen Ansatz zur Förderung von Veränderung und „Selbstwahrgebung“. Durch das  Erkennen einer Trance in der hypnosystemischen Therapie wird der Fokus auf die Stärkung unserer inneren Ressourcen und die (Auf) Lösung von „Problemerleben“ gelegt. Wenn wir diese Methode mit der Anwesenheit eines tierischen Begleiters verbinden, entsteht eine kraftvolle Synergie, die die Einsicht auf einer noch tieferen Ebene unterstützt.

Hunde sind nicht nur treue Begleiter, sondern sie spiegeln auch die sogenannten „inneren Zustände“ wider und unterstützen dabei, sich selbst besser zu verstehen. Ihre bloße Anwesenheit allein kann oft eine Wirkung haben und dabei helfen, sich in einen Zustand von Entspannung und Offenheit zu versetzen, der den therapeutischen Prozess unterstützt.

In meiner Praxis beobachte ich immer wieder, wie Siya intuitiv auf Bedürfnisse der Klienten reagiert. Sie schenkt immer wieder Trost, ermutigt zur Offenheit und hilft dabei, emotionale Blockaden zu erkennen. Die bloße Anwesenheit von Siya reicht oft  aus, ohne Worte!

Darüber hinaus fördert die Interaktion mit einem Hund auch wichtige zwischenmenschliche Fähigkeiten wie Empathie, Aufmerksamkeit und Vertrauen. Diese Fähigkeiten sind entscheidend für den Aufbau gesunder Beziehungen zu anderen Menschen und können durch die Arbeit mit einem tierischen Begleiter weiterentwickelt werden.

In ähnlicher Weise können die Interaktionen mit einem Hund metaphorische Bedeutungen haben und dabei helfen, tief verwurzelte Überzeugungen und Verhaltensmuster zu erkennen und zu transformieren. Die Beziehung zu einem Hund kann als eine Art Spiegel dienen, der erlaubt, sich selbst und meine Beziehungen zu anderen auf einer tieferen Ebene zu betrachten.

In einer Welt, die oft von Hektik und Stress geprägt ist, bietet die Kombination aus tiergestützter Begleitung und hypnosystemischem Coaching einen einzigartigen Raum der Ruhe, des Wachstums und des Mitgefühls in der Selbstreflexion an.

Wenn Sie also wirklich wissen wollen, wie es Ihnen geht, dann schauen Sie nicht nur in den Spiegel, sondern achten Sie auch auf die Reaktionen und das Verhalten Ihres tierischen Begleiters – denn oft kann er uns mehr über uns selbst verraten, als wir zunächst wahrnehmen und ahnen.

Hypnosystemische Trauerbegleitung – ein Leitfaden für die Begleitung in der Praxis!

Trauer- und Beziehungsbegleitung ist kein linearer Prozess. Von Verlusten betroffene, traumatisierte Menschen befinden sich in einer Trance, einer Trauertrance. Sie sehen, hören, erleben Dinge anders. Trance bedeutet das Vorherrschen eines massiven, unwillkürlichen Erlebens und geschieht ohne willentliches Steuern. Die oft verzweifelte Suche nach Veränderung aus dem Unfassbaren (der Trance) ist häufig der Antrieb, wofür Trauernde kommen.

Aus hypnosystemischer Sicht geht es mir um eine neu zu findende Beziehung des Trauernden zum Verstorbenen. Der hypnosystemische Ansatz in der Trauerbegleitung orientiert sich an dem Beziehungssystem, das der Weggegangene und der Hiergebliebene bilden. Sie anerkennt die schmerzliche Unveränderlichkeit der Abwesenheit eines geliebten Menschens – in der es zunächst keine Normalität mehr gibt.

Ein „Suchen des Verstorbenen“ geschieht unwillkürlich als hilfreiche Ressource in der Trauer.

Den geliebten Menschen nicht „loslassen“ zu müssen, sondern eine Veränderung in der „eigenen Erlebniswelt“ aufzudecken, ist eine Handlungsidee in der systemischen Trauerbegleitung.

Trauerbegleitung, wie ich sie verstehe, bedeutet sich auf den Weg zu machen …

Das Wunder im Einmachglas

Das Wunder im Einmachglas

 

 

Es war eine ruhige Nacht, als Tim, ein Junge mit einem verschmitzten Lächeln und einer außergewöhnlichen Liebe zur Handwerkskunst, beschloss, seiner Schwester Anne ein besonderes Geschenk zu machen. Anne glaubte, seit dem Tod ihres kleinen Bruders, nicht mehr an Weihnachten und sah die Feierlichkeiten als eine Reihe von Ritualen ohne Bedeutung.

Tim, der das Down-Syndrom hatte, verstand, dass seine Schwester anders dachte. Dennoch glaubte er an die besondere Bedeutung von Weihnachten. Er entschied sich, aus den Haselnuss-Stöcken, die er im Sommer abgeschnitten hatte, eine  Krippe aus Holz zu schnitzen und sie Anne zum Geschenk zu machen, um ihr das Wunder der Weihnachtszeit näherzubringen.

Tag für Tag arbeitete Tim behutsam an den Hölzern. Seine Finger formten mit dem alten Messer, das er von Opa bekommen hatte, behutsam jede Figur aus Holz – Maria, Josef und das Jesuskind. Er versuchte, die Liebe und Wärme, die er mit Weihnachten verband, in seine Figuren zu legen.

Als die Figuren fertig waren, brauchte er noch einen Stall dafür und den hat er schnell gefunden, als er in der Küche ein altes Einmachglas fand. Zunächst nahm er aus dem Hasenstall ein bisschen Heu und polsterte das Glas aus und stellte dann Josef, Maria und das Kind hinein.

Tim betrachtete sie mit einem Strahlen in den Augen. Er rief Anne zu sich und überreichte ihr das Geschenk. Seine Schwester war zunächst überrascht und irritiert, aber als sie die Figuren im Glas genau anschaute, war ihr so als spürte sie die Tiefe der Liebe, die in Timis Werk steckte.

Tim erklärte ihr sanft die Geschichte der Krippe und wie sie die Geburt Jesu darstellte. Er erzählte von der Bedeutung des Friedens, der Versöhnung und auch von der Bereitschaft zu teilen. All das verstand Tim von Weihnachten. Anne lauschte seinen Worten und begann zu verstehen, was für Tim die Bedeutung dieses Festes ausmacht.

Die heilige Familie aus Holz, geschnitzt von Timis Händen, war nicht nur ein Geschenk, sondern eine Botschaft von Liebe und Verständnis. Es war eine Geste auch von Großzügigkeit, die Anne half, Weihnachten aus einer anderen Perspektive zu betrachten – nicht als bloßes Ritual, sondern als Feier von Liebe und Menschlichkeit.

Timis Geschenk war für Anne bedeutend, nicht nur, weil sie ihn so sehr liebte, sondern weil er ihr das Wunder von Weihnachten auf seine Art und Weise nahe brachte. Es war ein tiefer Moment der Verbundenheit zwischen den Geschwistern. Er zeigte, dass etwas auch existiert obwohl ich es nicht sehen kann und dass der Glaube an etwas Größeres nicht immer religiös sein muss, sondern in der Einfachheit einer Geste und der Liebe zwischen Menschen zu finden ist.

Theo und die Schneckentür – eine Geschichte die zeigt, wie wir über den Winter kommen!

Die Geschichte von Theo Schnecke, der sein Haus im Winter mit einer Kalktür verschließt, spiegelt Aspekte von Selbstpflege, Selbstreflexion und Vorbereitung wider, die auch in der Supervision und im Coaching eine Rolle spielen.

Selbstpflege und Schutz
Ähnlich wie die Schnecke ihr Haus mit einer Kalktür verschließt, um sich vor den besonderen Herausforderungen des Winters zu schützen, geht es in der Supervision darum, sich selbst zu schützen und sich um das eigene Wohlergehen zu kümmern. Coaches und Supervisoren ermutigen dazu, sich auch um sich selbst zu kümmern, um für Veränderungen gewappnet zu sein.

Vorbereitung und Reflektion
Die Schnecke bereitet sich aktiv auf die kalte Jahreszeit vor, indem sie ihr Haus sichert. Ähnlich reflektieren Personen in Supervision und Coaching ihre Erfahrungen und bereiten sich darauf vor, wie sie mit verschiedenen Situationen umgehen können. Es geht darum, sich selbst und andere besser zu verstehen.

Klare Abgrenzung und Fokus
Die Kalktür dient der klaren Abgrenzung des eigenen Raums. In ähnlicher Weise unterstützt Supervision und Coaching dabei, klare Grenzen zu setzen und sich auf bestimmte Ziele, oder einen Weg dorthin, zu fokussieren.

Unterstützung und Anleitung
Wie die Schnecke im Winter Schutz sucht, bieten Supervisoren und Coaches eine unterstützende Rolle, indem sie unterstützen, den Blick zu klären und Strategien zu entwickeln, um mit schwierigen Situationen oder Veränderungen umzugehen.

Die Geschichte der Schnecke mit der Kalktür im Winter zeigt, wie Vorbereitung, Selbstpflege und klare Fokussierung auf persönliche Bedürfnisse wichtige Bestandteile von Supervision und Coaching sind, um zu verstehen und persönliches Wachstum zu fördern.

 

Theo kommt gut über den Winter

In einem malerischen Garten lebte eine Schnecke namens Theo, der sich auf den bevorstehenden Winter vorbereiten wollte. Als Vorbote der kalten Jahreszeit begannen die Blätter sich zu verfärben, und Theo spürte den Hauch des kommenden Frostes.

Entschlossen, sich auf die Herausforderungen des Winters vorzubereiten, begann Theo, in alt bewährter Art, seine Schneckenhaustür mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Speichel und Kalk zu verschließen. Mit dieser vertrauten und ureigenen Art die nur Schnecken kennen, konnte er nicht nur eine solide Versiegelung schaffen, sondern auch eine Schicht die Wärme bewahren und ihn vor den frostigen Temperaturen schützen würde.

Tag für Tag arbeitete Theo beharrlich daran, die Tür zu versiegeln. Er erzeugte in seinem Haus kleine Kalkpartikel und nutzte seinen Speichel, um eine dauerhafte Abdichtung zu schaffen. Während er arbeitete, dachte er über die kommenden Monate nach und wie er sich auf den Winter vorbereiten konnte.

Schließlich, als die letzte Ritze versiegelt war, fühlte sich Theo sicher und bereit für die Herausforderungen des Winters. Die Tür, die er mit Speichel und Kalk verschlossen hatte, war eben nicht nur eine bauliche Barriere, sondern ein Symbol für seine Vorbereitung und Entschlossenheit, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

Während der Wintermonate verweilte Theo in seinem warmen, gut abgedichteten Haus. Dank seiner Vorbereitung konnte er die Kälte draußen lassen und sich auf die Ruhezeit konzentrieren. Inmitten des Winters reflektierte er über seine Pläne für das kommende Frühjahr und freute sich darauf, gestärkt und bereichert aus dieser Zeit hervorzugehen.

Urlaub ist kein Garant für Erholung…

Es war einmal eine junge Frau sie hieß Mia. Mia arbeitete hart und hatte immer das Gefühl, dass sie alles allein bewältigen musste. Eines Tages beschloss sie, einen Urlaub zu nehmen, um sich zu erholen und wieder zu sich selbst zu finden.

Mia plante eine aufregende Reise in ein fernes Land, voller Abenteuer und neuer Erfahrungen. Sie hatte eine lange Liste von Dingen, die sie während ihres Urlaubs tun wollte. Sie war fest entschlossen, jede Minute zu nutzen und das Beste aus ihrer Auszeit zu machen.

Als Mia dort ankam, war sie anfangs begeistert von all den neuen Eindrücken und Möglichkeiten. Sie unternahm Ausflüge, probierte die lokale Küche und lernte Menschen aus verschiedenen Kulturen kennen. Doch je mehr sie unternahm, desto erschöpfter fühlte sie sich.

Eines Tages traf Mia einen alten Mann, der in einem kleinem Dorf lebte. Er erkannte ihre Müdigkeit und lud sie in sein Haus ein. Der alte Mann hörte sich ihre Geschichten an und sagte dann mit sanfter Stimme: „Manchmal ist es nicht das Reisen und das Erleben, was uns erfüllt. Es ist die Unterbrechung, die Vollendung bringt.“ Mia war verwirrt, aber der Mann fuhr fort: „Urlaub ist keine Garantie für Erholung. Du musst lernen, deine eigenen Fähigkeiten zu akzeptieren und nicht immer alles tun zu wollen, was zu tun ist. Die wahre Erholung liegt in der Unterbrechung, im Innehalten und im Zulassen von Ruhe.“

Diese Worte berührten Mia tief in ihrem Herzen. Sie verbrachte die nächsten Tage im ruhigen Dorf, meditierte, las Bücher und genoss die Schönheit der Natur. Sie lernte, sich selbst Zeit zu geben und zu akzeptieren, dass sie nicht alles allein bewältigen musste.

Mit der Zeit fühlte sich Mia leichter und freier. Sie erkannte, dass es nicht darum ging, jeden Punkt auf ihrer Liste abzuhaken, sondern darum, den Moment zu genießen und sich von den Erwartungen zu befreien.

Die Unterbrechung half ihr, ihre Gedanken zu klären und zu erkennen, was ihr wirklich wichtig war. Als Mia schließlich nach Hause zurückkehrte, fühlte sie sich erfrischt und gestärkt.

Die Reise hatte ihr gezeigt, dass wahre Vollendung in der Kunst der Unterbrechung lag.

Von diesem Tag an lebte Mia bewusster und machte regelmäßig kurze Unterbrechungen in ihrem Alltag. Sie erkannte, dass Erholung nicht immer in der Ferne zu finden war, sondern im gegenwärtigen Moment in der Ruhe und des inneren Friedens.

Innere Balance finden beim Betrachten eines Blattes

Immer wieder fühlt sich das Leben stürmisch an, voller Hektik, Stress und Ablenkungen. In solchen Momenten sehnen wir uns nach innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. Es mag überraschend klingen, aber genau solche Momente der inneren Balance können wir oft in den einfachsten Dingen finden – wie zum Beispiel beim Betrachten eines Blattes.

Ein Blatt mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken, aber wenn wir es näher betrachten, offenbart es eine faszinierende Schönheit und Komplexität. Die feinen Adern, die Farbnuancen und die symmetrische Struktur sind ein wahres Wunder der Natur. Indem wir uns Zeit nehmen, um das Blatt bewusst zu betrachten, können wir einen Zustand der inneren Ruhe empfinden.

Das Betrachten eines Blattes kann zu einem bewussten Akt der Meditation werden. Es ist eine Möglichkeit, den Geist zu beruhigen, innere Ruhe zu finden und sich mit der Schönheit und Harmonie der Natur zu verbinden.

In unserer hektischen Welt mögen solche Momente der Ruhe und inneren Balance kurz erscheinen, aber sie sind von unschätzbarem Wert. Einen Moment lang innezuhalten, ein Blatt zu betrachten und sich mit der Natur zu verbinden, kann uns daran erinnern, was wirklich wichtig ist und wie wir eine tiefere Erfüllung im Leben finden können.

Also, das nächste Mal, wenn Sie sich gestresst fühlen oder nach innerer Ruhe suchen, nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, suchen Sie sich ein Blatt und betrachten Sie es bewusst. Lassen Sie sich von seiner Schönheit inspirieren und spüren Sie, wie Sie in einen Zustand der inneren Balance eintauchen. Für einen Moment. Es ist erstaunlich, wie viel Frieden und Gelassenheit in einem einfachen Blatt verborgen sein können.

 

Pulsatilla und Stefan Philipps, wie reimt sich das zusammen…

Als hypnosystemischer Coach und Berater, sehe ich eine einzigartige Kombination von Coaching und inneren Bildern z. B. aus der Natur, die dabei unterstützen können, Ihre innere Stärke und Resilienz zu fördern.

Eine Pflanze, die mir sofort dabei einfällt, ist die Pulsatilla, auch bekannt als Küchenschelle oder Wiesenküchenschelle.

Ähnlich wie die Pulsatilla, die sich dem Wind anpasst und sich dabei dennoch stark und flexibel zeigt, können auch wir uns in diesem Bild damit auseinandersetzen, die Herausforderungen des Lebens zu sehen, zu erkennen und uns an Ihnen auszurichten – während wir gleichzeitig unsere innere Stärke und Authentizität bewahren.

Durch gezieltes Coaching ist es möglich, Gedanken und Emotionen besser zu verstehen, persönliche Anliegen zu definieren und Ressourcen und Fähigkeiten optimal zu nutzen. Dabei kann schon der Gedanke an die Pulsatilla als Metapher hilfreich sein, um Körper und Geist auf natürliche Weise zu aktivieren und zu stärken.

Ob Sie eine schwierige Phase durchleben oder sie Ihre persönliche Entwicklung und Wachstum fördern wollen, kontaktieren Sie mich gerne für weitere Informationen und um einen Termin zu vereinbaren.