Thich Nhat Hanh – vietnamesischer, buddhistischer Zen-Meister – eine Nachfolge
Eine Krise ließ mich zentrale Fragen des Lebens neu stellen:
„Was und wer inspiriert mich?“,
„Was macht mich wirklich glücklich?“,
„Was treibt mich an?“,
„Worunter leide ich?“,
„Welchen Lebens-Themen möchte ich folgen, meine Tatkraft schenken?“
Diese Fragen führten mich 2003 nach einigem Suchen in ein buddhistisches Kloster, in dem ich die Achtsamkeits- und Meditationspraxis kennenlernte und vertiefte. Es fühlte sich an wie Aufwachen, wie eine Neugeburt. Ich erahnte unmittelbar, dass meine Vorstellung von der Wirklichkeit verhinderte, dass ich die Wirklichkeit sehen konnte wie sie ist und erlebte eine veränderte Wahrnehmung von Menschen, Natur und den vielen kleinen Alltagsdingen.
Von meiner ersten persönlichen Begegnung mit Thich Nhat Hanh an, berührte mich seine umfassende Verkörperung der Praxis – die erstaunliche Einheit von Wort und Tat. Thây lebt, was er lehrt und das macht seine Lehre so kraftvoll. Seine Geduld und ein tiefes Mitgefühl sind mir Vorbild und Inspiration. Deshalb fällt es mir seither leicht, mich als seinen Schüler zu bezeichnen.
Die Praxis der Achtsamkeit veränderte meine Art zu denken, zu sprechen, zu entscheiden und zu führen. Sie verschaffte mir einen klaren Blick auf ethische Zusammenhänge und schenkte mir für meine Entscheidungen einen Kompass.
Neue Fragen entstanden:
„Wie funktioniert mein Geist?“,
„Welches Verhalten schafft Freude, welches Leiden?“,
„Wie habe ich mich selbst in die Krise geführt?“
„Wer bin ich und wer will ich sein.“
Diese Fragen leiteten einen tiefgreifenden Selbsterkenntnisprozess ein, der mein Leben in vielen Bereichen radikal veränderte.
Seither habe ich Achtsamkeit als eine Haltung, einen Weg entdeckt und gehe ihn.
Die Lehre von Thây ist einfach, praktisch und zugleich tiefgründig.
Ein besonderes Merkmal ist ihre Alltagsnähe.
Alles, was wir für uns selbst tun, tun wir auch für andere,
und alles, was wir für andere tun, tun wir auch für uns selbst.
The message is simple, but not easy

Es war ihm wichtig, die oft falsch verstandene Formel ‚Form ist Leerheit, Leerheit ist Form‘ verständlicher zu machen: „Die Leerheit des Selbst bedeutet nur die Leerheit von Selbst, nicht das Nicht-Sein von Selbst. Genauso ist es bei einem Ballon, der innen leer ist, nicht so, dass er deswegen nicht existieren würde. Dasselbe gilt für die Leerheit der Dharmas: Leerheit bezieht sich nur auf die Leerheit aller Phänomene und nicht auf die Nicht-Existenz aller Phänomene.“
Warum ist das erwähnens-wert in meinem Leben?
Weil meine heutige Arbeit ohne diese biografischen Stationen nicht möglich wäre.
Der achtsame und gesammelte Blick in das eigene Leiden führt zu einem Weg des Verstehens und der Heilung.
Lebensküche Bio-Manufaktur
Am 9.12.2006 Gründung und Leitung des Non-Profit Arbeitsprojektes Lebensküche.
Menschen, die als „schwer vermittelbar“ gelten, sollen einen Arbeitsplatz finden können.
Handlungsleitend in der Lebensküche ist die Orientierung am personenzentrierten Arbeitsansatz. Zentraler Gesichtspunkt ist die Überzeugung, dass jeder Mensch einzigartig ist und einen selbstverständlichen Anspruch auf Recht, Würde, Lebensqualität, Privatsphäre und Sicherheit hat.
- Arbeit
- Integration
- Anerkennung
Die Lebensküche unterstützt durch geplante Arbeitsweisen Menschen darin, ihr Leben nach ihren Möglichkeiten eigenverantwortlich zu gestalten und zu kontrollieren. Gemeinsam mit ihnen soll alles zur Reduzierung von Leiden und Symptomen getan werden. Ein übergeordnetes und umfassendes Verwirklichungsziel ist die „Teilhabe an der Gemeinschaft“.

Arbeit hat, trotz eines vielfach diskutierten Wertewandels, eine elementare Bedeutung für die psychische Stabilität eines jeden Menschen. Sie vermittelt gesellschaftliche Wertschätzung, das Gefühl ein nützliches Mitglied dieser Gesellschaft zu sein. Arbeit eröffnet individuelle Entfaltungsmöglichkeiten und den Weg zum Mitmenschen. Für die Selbstverwirklichung eines jeden Menschen ist ein Recht auf Arbeit und Beschäftigung Grundvoraussetzung. Darüber hinaus trägt Arbeit zum Normalisierungsprozess bei.
Brückenhaus
Seit 1.1.2000 Gründung und Leitung des Brückenhauses, eine sozialpädagogisch begleitete Wohngemeinschaft, die Menschen in Lebens-Krisen aufnimmt.
- wohnen
- leben
- arbeiten

Das Brückenhaus mit seinen Mitarbeitern will unter dem Gedanken “Hilfe zur Selbsthilfe” in seinen Projekten Menschen modellhaft eine Arbeits- und Lebensgemeinschaft anbieten, in der das Leben lebenswert ist und die Lebensfreude Raum bekommt. Es sollen gemeinsam Tätigkeiten erlernt und ausgeführt werden – ein großer Schritt in Richtung Verantwortung, Selbstbestimmung und Unabhängigkeit.
Beratungen, Supervision und Begleitung
Heute begleite ich Menschen.
In Beratungen.
In Supervision.
In Zeiten, in denen das Leben nicht mehr so passt wie vorher.
Meine Arbeit ist hypnosystemisch geprägt.
Menschen sind nicht kaputt.
Sie sind organisiert.
Und manchmal so gut organisiert, dass es eng wird.
Ich arbeite mit dem, was da ist.
Mit Erfahrungen.
Mit inneren Bildern.
Mit dem, was im Körper spürbar wird.
Wir haben nicht nur eine Art zu sein.
Wir haben viele Seiten.
Welche sich zeigt, hängt vom Moment ab.
In der Begleitung geht es nicht darum,
die richtige Seite zu finden.
Sondern mehr Möglichkeiten zu bekommen.

Veränderung entsteht oft leise.
Im Gespräch.
Im Innehalten.
Oder in einer kleinen Bewegung.
Ein anderer Platz.
Ein neuer Blick.
Ein Schritt zur Seite.
Der Körper ist dabei oft schneller als das Denken.
Ich arbeite mit Menschen in persönlichen Krisen,
in beruflichen Zusammenhängen,
in Teams und Organisationen.
Mit Menschen in Trauer.
Mit Menschen im Umbruch.
Mit Menschen, die merken:
So geht es nicht weiter.
Und gleichzeitig noch nicht wissen, wie.
Ich verspreche keine schnellen Lösungen.

Ich traue Menschen zu, dass sie wissen „was sich ändern muss“.
Was es dafür braucht?
.. nur einen Satz..
.. einen Atemzug..
einen stillen Moment..
Und plötzlich wird es weiter.
Am Ende steht dann oft jemand auf,
atmet ein wenig freier
und sagt:
„Es ist noch nicht fertig.
Aber es ist anders.“
Und das ist ein guter Anfang.
(Meistens fängt genau dort das Leben wieder an –
ganz unspektakulär, und ziemlich zuverlässig.)
