Stationen in meinem Leben

Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke, sehe ich keinen geraden Weg. Ich sehe Freude und Leid, Trauer und Verlust, Begegnungen, Entscheidungen, Aufbrüche und Krisen. Menschen, die mich geprägt haben. Orte, an denen etwas begonnen hat. Erfahrungen, die geblieben sind.

Ich bin Menschen begegnet, die meinen Weg verändert haben, und an Orte gekommen, an denen etwas Neues begann. Diese Begegnungen und Erfahrungen haben mich herausgefordert und beschenkt. Was ich gelernt habe, frei nach Erika Pluhar: „Das Leben ist ein Geschenk, auch wenn einem nichts geschenkt wird.“ All das Erlebte hat meinen Blick auf das Leben und auf Menschen geprägt. Aus ihnen ist meine Haltung gewachsen, die mein Denken und Handeln bestimmt.

Im Kloster von Thích Nhất Hạnh begegnete mir eine Form des Lebens, die mich tief berührt und meinen Blick auf Menschen verändert hat. Nicht durch große Worte, sondern durch die Präsenz eines Menschen, der ganz da war. Was ich dort gesehen, gehört und erfahren habe, begleitet mich bis heute.

Im Brückenhaus wurde mir deutlich, was entstehen kann, wenn Menschen in schwierigen Zeiten miteinander leben, arbeiten und Verantwortung übernehmen. Die Zeit in der Lebensküche hat mein Verständnis davon geprägt, wie eng Arbeit, Würde, Anerkennung und Zugehörigkeit miteinander verbunden sind.

An diesen Orten ist etwas gewachsen, das meine Arbeit trägt: die Überzeugung, dass Menschen mehr sind als „ihre Schwierigkeiten“. Dass Veränderung Zeit braucht. Dass es darauf ankommt, genau hinzuschauen – auf das, was stärkt, was festhält und was sich verändern lässt.

Diese Zen Geschichte erzählt
besser als viele Erklärungen,
was daraus für mich geworden ist:

Ein alter Mönch sitzt mit seinem Schüler beim Tee.
Nach langem Schweigen stellt er eine Frage:

„Wenn du eine Tasse Tee in der Hand hältst,
jemand stößt dich an und der Tee schwappt über –
warum hast du den Tee verschüttet?“

„Weil mich jemand angerempelt hat.“

Der Mönch lächelt.

„Nein. Du hast Tee verschüttet,
weil Tee in deiner Tasse war.
Wäre Kaffee darin gewesen,
wäre Kaffee herausgeschwappt.“

Ich mag diese Gleichnisse.
Das Leben stößt uns an –
und es wird uns anstoßen.
Auf der einen Seite leicht.
Auf der anderen Seite so heftig,
dass uns beinahe die Tasse aus der Hand fällt.
Dann zeigt sich sehr schnell, was gerade in uns ist:
Freude, Ärger, Angst, Liebe, Mitgefühl, Verstehen.
Auch Verluste, die wir uns nicht ausgesucht haben.

Wir können nicht immer beeinflussen, was uns geschieht. Und auch nicht, was im ersten Augenblick in uns an Widerständen auftaucht. Wir können allerdings wahrnehmen, was in uns ist, bevor wir es über den Tisch kippen.
Es gibt diesen minimalen Zwischenraum zwischen dem Anstoß und unserer Antwort. Einen Moment, in dem ich wahrnehmen kann: Das ist also gerade in meiner Tasse. Und wenn ich merke, dass ich sie längst ausgeschüttet habe? Dann gehört auch das zur Praxis. Aufwischen. Atmen und Lächeln.
Was ist JETZT in meiner Tasse?

Diese Lebensstationen erzählen davon, wie mein Blick auf Menschen und meine Haltung als Supervisor und Berater entstanden sind.


Thich Nhat Hanh – das Leben als Praxis

Eine Krise ließ mich Anfang der 2000er Jahre grundlegende Fragen neu stellen:

Was und wer inspiriert mich?
Was macht mich wirklich glücklich?
Was treibt mich an?
Worunter leide ich?
Und welchen Lebensthemen möchte ich meine Tatkraft schenken?

Diese Fragen führten mich nach einigem Suchen in ein buddhistisches Kloster und zu Thich Nhat Hanh – zu Thây, wie wir ihn nannten. Von meiner ersten persönlichen Begegnung mit Thich Nhat Hanh an berührte mich seine umfassende Verkörperung der Praxis – die erstaunliche Einheit von Wort und Tat. Thây lebt, was er lehrt, und das macht seine Lehre so kraftvoll. Seine Geduld und ein tiefes Mitgefühl sind mir Vorbild und Inspiration. Deshalb fällt es mir seither leicht, mich als seinen Schüler zu bezeichnen. An meine erste Begegnung mit ihm erinnere ich mich sehr genau. Ich sah ihn auf uns zukommen. Und noch bevor er etwas sagte, war da etwas, das mich unmittelbar erreichte:

Wenn dieser Mensch geht, weiß er, dass er geht.

Thây erzählte von einer Begegnung mit Martin Luther King. Während ich ihm zuhörte, kamen mir die Tränen. Nicht allein wegen dessen, was er erzählte. Es war die Art, wie er sprach und präsent war. Für einen Augenblick hatte ich den Eindruck, selbst bei dieser Begegnung dabei zu sein. Damals hatte ich dafür noch keine Worte.
Heute würde ich es so beschreiben:

Wenn Thây geht, weiß er, dass er geht.
Wenn er da ist, weiß er, dass er da ist.
Wenn er spricht, weiß er, dass er spricht.

Was er sagte und wie er lebte, waren für mich nicht voneinander zu trennen.
An einen anderen Abend erinnere ich mich,
Thây kam in unsere Runde, schaute uns an und sagte:

„Mindfulness is not a tool. It’s a habit.“

Diese Aussage ist eine wie Thây sagen würde eine „konventionelle Designation“ – wichtig sich zu merken. „Achtsamkeit“ wird heute häufig wie ein Werkzeug benutzt. Eine Übung gegen Stress. Eine Methode, um ruhiger zu werden. Etwas, das ich anwende, damit anschließend etwas anders ist. Auf einem Retreat, an dem ich teilnahm, war auch ein amerikanischer Soldat zugegen. Er erzählte davon, dass Achtsamkeitsübungen in der Armee eingesetzt wurden, um besser schießen – also letztlich auch, um besser töten zu können. Thây reagierte darauf mit großer Sorge. Er sprach von „Wrong Mindfulness“ – einer Achtsamkeit, die zu einem bloßen Werkzeug wird und von einer ethischen Haltung getrennt ist. Diese verbindliche Aussage erinnert mich daran, dass nicht allein entscheidend ist, was wir praktizieren, sondern auch, aus welcher Haltung und mit welcher Absicht wir es tun.

Alles, was wir tun, kann Praxis sein.

Essen. Gehen. Joggen. Autofahren. Sitzen. Entspannung. Ein Gespräch führen.
Ich brauche dafür keine besondere Situation.
Wenn ich aufmerksam bin, weiß ich, was ich gerade tue.

Zu dieser Praxis gehören für mich auch Thâys Kalligraphien.

Wenn Thây geht, weiß er, dass er geht.
Wenn er spricht, weiß er, dass er spricht.
Und wenn er schreibt, weiß er, dass er schreibt.
Seine Kalligraphien sind für mich keine schönen Sinnsprüche.
Sie sind Einladungen zur Praxis.

In meinem Büro begleitet mich eine seiner Kalligraphien:
„I have arrived. I am home.“
„Ich bin angekommen. Ich bin zu Hause.“

Kalligraphie: Ich bin angekommen – ich bin zu Hause

Das ist für mich kein schöner Satz für die Wand. Es ist eine Einladung zur Praxis. Wenn ich ihn lese, kann ich ankommen. Hier. In diesem Augenblick. Deshalb begegnen Thâys Kalligraphien auch auf vielen Seiten meiner Internetseite. Sie sind dort nicht nur Bilder. Wenn ich sie lese, erinnern sie mich an die Praxis, von der sie sprechen.

Eine weitere Unterscheidung, die ich bei Thây kennengelernt habe, hat mich zunächst selbst verunsichert.

Pain und Suffering sind nicht dasselbe.

Pain ist Schmerz. Er widerfährt mir. Zahnschmerzen, Bauchschmerzen, eine Verletzung – ich entscheide mich nicht dafür. Bei Suffering wurde es für mich schwieriger. Angst, Eifersucht, Wut, Zorn oder Gier können in mir entstehen und dafür „entscheide“ ich mich. Als ich diesem Gedanken zum ersten Mal begegnete, empfand ich großen Widerstand. Diesen Widerstand erlebe ich heute auch bei Menschen, mit denen ich arbeite. Ich verstehe ihn gut. Denn der Gedanke kann zunächst hart klingen:

Soll ich jetzt auch noch dafür verantwortlich sein, dass ich leide?

Darum geht es mir nicht.

Es geht um eine Möglichkeit: Ich bin meinem Erleben nicht vollständig ausgeliefert. Ich kann wahrnehmen, was da ist. Ich kann entdecken, was ich weiter nähre. Und ich kann mich neu entscheiden. Das gilt nicht nur für Angst, Wut, Zorn oder Gier.

Ich kann auch Barmherzigkeit, Einfühlungsvermögen, Güte, Liebe und Geborgenheit nähren.

Nicht einmal und für immer. Sondern immer wieder.
Darin liegt für mich keine Härte, sondern Freiheit.

Thây  hatte auch darauf eine sinnvolle Antwort:
„If you know how to suffer you so much Less“
„Wenn du weißt, wie man leidet, leidest du viel weniger“
Diese Aussage hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.

Es geht im Leben also gar nicht darum, Leid um jeden Preis zu vermeiden,
sondern vielmehr darum zu lernen, wie man richtig leidet.

Laut der Praxis in Plum Village lässt sich die „Kunst des Leidens“ in drei wesentliche Schritte unterteilen:

Nicht weglaufen.
Statt unangenehme Gefühle sofort durch Ablenkung, Konsum oder andere Dinge zu betäuben, hinschauen.
Ich erlaube dem Schmerz, da zu sein, und versuche nicht, ihn sofort „loszuwerden“.

Den Schmerz „liebevoll“ umarmen.
Ich begegne dem, was gerade da ist, mit tiefem Atmen und Mitgefühl. So, wie eine Mutter ihr weinendes Kind in den Arm nimmt und tröstet. Nicht um den Schmerz „wegzumachen“, sondern um ihm Raum zu geben.

Den Schmerz nutzen.
Leid kann wie „fruchtbarer Schlamm“ sein. Ohne Schlamm kann keine wunderschöne Lotusblüte wachsen. Auch aus unseren schwierigen Erfahrungen kann etwas Neues entstehen: tiefes Verständnis, Weisheit und echtes Mitgefühl für andere.

„Richtig leiden“ bedeutet also nicht, weniger zu fühlen,
sondern anders mit dem umzugehen, was wir fühlen.

Viele Jahre später begegnete mir manches davon wieder – diesmal nicht in einem buddhistischen Kloster, sondern in der Neuropsychologie in Heidelberg. Was wir wiederholt aktivieren, kann sich verbinden und leichter verfügbar werden. Zu diesem Gedanken passt die Hebbsche Regel. Sie wird häufig mit einem einfachen Satz zusammengefasst: „Cells that fire together, wire together.“

Was immer wieder gemeinsam aktiviert wird, kann sich stärker miteinander verbinden und leichter verfügbar werden. Ich empfand das nicht als wissenschaftlichen Beweis für das, was ich bei Thây kennengelernt hatte. Es war ein Wiedererkennen. Etwas, das ich zunächst erlebt und praktiziert hatte, begegnete mir noch einmal in einer anderen, quasi wissenschaftlichen Sprache und Einsicht.

Thâys Rede war immer etwas Besonderes.
Er sprach vom Reinen Land und ebenso selbstverständlich vom Königreich Gottes. Buddha und Jesus betrachtete er als Brüder. In seinem Buch „Jesus und Buddha – Ein Dialog der Liebe“ beschreibt er diesen Brückenschlag nicht als Vermischung der Religionen. Menschen dürfen in ihrer eigenen Tradition zu Hause sein und sich gerade von dort aus begegnen. Das hat mich menschlich tief berührt, er praktizierte „keine Diskriminierung“.
Und auch hier begegnete mir wieder die Praxis. Erlösung und Auferstehung waren in dieser Sicht nicht nur Worte oder Glaubensvorstellungen. Sie konnten im alltäglichen Leben erfahrbar werden. Christus und Buddha nicht nur als Gestalten einer fernen Geschichte, sondern als etwas, das im gelebten Leben immer wieder neu geboren werden kann.

Damit schließt sich für mich ein Kreis: beim Essen, beim Gehen, im Sprechen, im Umgang mit Schmerz und Leiden – und selbst in dem, was wir Glauben nennen.

Die drei Tore der Befreiung
Einen weiteren Aspekt seiner Lehre finde ich sehr bemerkenswert:
die drei Tore der Befreiung – Zeichenlosigkeit, Absichtslosigkeit und Leerheit.
Die Begriffe klingen zunächst abstrakt. Für mich sind sie sehr praktisch geworden.

Zeichenlosigkeit erinnert mich daran, einen Menschen nicht mit dem Bild zu verwechseln, das ich mir von ihm gemacht habe. Wenn ich jemandem begegne, entsteht sehr schnell ein Eindruck. Ich sehe etwas, höre etwas, ordne ein. Vielleicht „verliebe“ ich mich sogar in dieses erste Bild. Das kann wunderschön sein. Aber der Mensch ist immer mehr als das, was ich gerade von ihm sehe. Und irgendwann kann genau dieses Bild eng werden. Das gilt nicht nur für andere. Auch das Bild, das ich von mir selbst habe, kann zu einer Festlegung werden: So bist du. So bin ich. So ist das eben. Zeichenlosigkeit bedeutet für mich nicht, nichts mehr wahrzunehmen oder zu unterscheiden. Sie erinnert mich daran, meine Wahrnehmung nicht mit der ganzen Wirklichkeit zu verwechseln. Der Mensch vor mir bleibt größer als mein Bild von ihm.

Absichtslosigkeit führt noch einen Schritt weiter. Sie bedeutet für mich nicht, keine Wünsche mehr zu haben, nichts zu planen oder gleichgültig zu werden. Sondern, nicht schon vorher festzulegen, was am Ende herauskommen muss. Gerade in meiner heutigen Arbeit ist mir das wichtig. Ich kann einen Prozess begleiten. Ich kann Fragen stellen, etwas anbieten, Bedingungen schaffen und manchmal auch irritieren. Aber ich muss nicht schon wissen, wohin ein anderer Mensch gelangen soll. Darin liegt eine besondere Form des Vertrauens:

Ich muss den Weg eines anderen Menschen nicht kennen,
um ihn ein Stück begleiten zu können.

Und dann kommt für mich die anspruchsvollste dieser drei Einsichten:

Leerheit. Das Wort kann zunächst irritieren. Leerheit klingt nach Nichts. Vielleicht nach einem leeren Kopf, nach Abwesenheit oder danach, dass etwas verschwinden soll. Bei Thây habe ich etwas ganz anderes kennengelernt.

Leerheit bedeutet nicht, dass nichts da ist. Leerheit bedeutet: Nichts besteht nur aus sich selbst.
Damit verbindet sich für mich eine weitere, zunächst philosophisch klingende Einsicht:

Aus Nichts wird nicht Etwas. Und aus Etwas wird nicht Nichts.
Was da ist, ist aus Bedingungen entstanden. Es verändert sich, nimmt andere Formen an, wirkt weiter.
Thây hat dafür oft das Bild einer Wolke benutzt. Eine Wolke entsteht nicht aus dem Nichts. Und wenn wir sie am Himmel nicht mehr sehen, ist sie nicht zu Nichts geworden. Die Wolke begegnet uns als Regen wieder – oder irgendwann in einer Tasse Tee. Sie ist nicht verschwunden. Sie ist anders geworden.
Auch ich selbst bestehe nicht einfach aus einem abgeschlossenen, eigenständigen „Ich“.
In mir sind meine Eltern und meine Geschichte. In mir ist der Einjährige, der Dreijährige, der Fünfjährige, der Fünfzehnjährige, der Zwanzigjährige, der Fünfzigjährige und der Mensch, der ich heute bin. Nichts davon ist einfach verschwunden. Und damit sind auch Erfahrungen und Gefühle nicht einfach verschwunden. Manchmal genügt ein Satz, ein Geruch, eine Begegnung, eine bestimmte Situation – und etwas sehr Altes wird wieder lebendig. Plötzlich reagiert nicht nur der erwachsene Mensch von heute. Es kann sich auch etwas „melden“, das mit fünf, fünfzehn oder zwanzig Jahren entstanden ist.

Wenn ich das weiß, muss ich mich darüber nicht wundern. Ich kann beginnen zu verstehen.

Das begegnet mir auch in meiner Arbeit. Menschen kommen zu mir und sagen: Ich breche den Kontakt zu meinen Eltern oder zu einem anderen Menschen ab. Dann ist das Problem erledigt. Bisweilen kann äußerer Abstand notwendig sein. Aber die gemeinsame Geschichte verschwindet dadurch nicht. Meine Eltern sind Teil meiner Geschichte. Menschen, die ich geliebt habe, ebenso. Auch Menschen, an denen ich mich gerieben habe oder die mich verletzt haben, haben Spuren hinterlassen.

Ich kann einen Menschen aus meinem gegenwärtigen Leben entfernen.
Aus meiner Geschichte kann ich ihn nicht herausschneiden.

Und deshalb muss ich das auch gar nicht. Ich kann lernen zu verstehen, was davon heute in mir weiterwirkt. Was einmal hilfreich war. Was heute eng macht. Was ich bewahren möchte, was sich verändern darf und wenn ich noch weiter schaue, wird die Grenze meines vermeintlich eigenständigen Selbst immer durchlässiger.

Ohne Luft könnte ich nicht leben. Ohne Wasser nicht. Ohne Erde, Pflanzen, Tiere, Nahrung, andere Menschen und eine Geschichte, die lange vor mir begonnen hat, gäbe es mich nicht.

Ich bin leer von einem eigenständigen Selbst – und voll vom ganzen Kosmos.

Diese Einsicht ist auch ganz praktisch in meine heutige Arbeit eingegangen.
In Beratungen zeichne ich immer wieder einen Kreis an die Tafel und sage:

„Das ist der Konflikt, von dem Sie mir gerade erzählen.“
Und dann schauen wir gemeinsam darauf, woraus dieser Konflikt eigentlich besteht.
Auch er hat kein eigenständiges Selbst. Er ist nicht einfach der Konflikt. In ihm wirken viele Bedingungen zusammen: Wie habe ich geschlafen? Wie geht es mir körperlich? Was habe ich gerade erlebt? Fühle ich mich gesehen oder abgelehnt? Wie geht es mir in meiner Beziehung, bei meiner Arbeit, mit mir selbst? Und plötzlich ist aus dem einen Kreis ein Geflecht von Bedingungen geworden. Verändert sich eine dieser Bedingungen, verändert sich möglicherweise auch das, was eben noch wie ein festes Problem erschien.

Das Problem ist wirklich. Jedoch nicht unabhängig. Und es ist nicht unveränderlich.

Ich muss einen Konflikt deshalb nicht einfach „wegmachen“. Ich kann mit einem Menschen untersuchen, was ihn gerade entstehen lässt, was ihn nährt – und an welcher Stelle wieder Bewegung möglich wird. Darin begegnet mir noch eine weitere Einsicht, die für mich eng mit all dem verbunden ist:
Unbeständigkeit. Nichts, was ist, bleibt einfach so, wie es ist. Alles verändert sich.

Das gilt für Freude und für Angst. Für Nähe und Einsamkeit. Für Gedanken und Gefühle. Und bisweilen hilft mir diese Einsicht sogar bei etwas so Einfachem wie einem schmerzenden Bauch oder einem Kopfschmerz:

Auch das ist jetzt da. Aber es wird nicht so bleiben.

Unbeständigkeit bedeutet deshalb nicht nur Verlust. Sie bedeutet auch Möglichkeit.

Was heute eng ist, kann weiter werden.
Was heute weh tut, kann sich verändern.
Was heute unmöglich erscheint, muss nicht für immer unmöglich bleiben.

Später begegnete mir manches Gedankengut davon wieder – diesmal nicht in einem buddhistischen Kloster, sondern in der Neuropsychologie. Auch dort begegnete mir ein Mensch, der viel weniger festgelegt ist, als wir häufig glauben. Wahrnehmung entsteht, Erfahrungen hinterlassen Spuren, Beziehungen verändern uns, und je nach Kontext können ganz unterschiedliche Seiten von uns verfügbar werden. Ich empfand das nicht als wissenschaftlichen Beweis für das, was ich bei Thây kennengelernt hatte. Es war eher ein Wiedererkennen. Etwas, das ich zunächst erlebt und praktiziert hatte, begegnete mir noch einmal in einer anderen Sprache.

Und natürlich könnte mich jetzt jemand fragen:
„Und Sie können das alles, über was Sie hier reden?“
Und dann höre ich mich mit Thây dabei fast mit seinem Lächeln sagen:

„This is very simple, but not easy.“
Ich bin Praktizierender, mal ja, mal nein!

Dies ist, weil jenes ist – und jenes ist nicht, weil dieses nicht ist!
So ist es. Sehr leicht – aber nicht einfach.

Das Leben selbst wird zur Praxis.


Brückenhaus – ein Ort, der Menschen verändert

Das Brückenhaus entstand aus einer Gemeinschaft. Uli, Moni, Horst, Carlo, Hannes und ich – gemeinsam haben wir ein altes Haus übernommen und in liebevoller Kleinarbeit hergerichtet. Jeder brachte seine eigenen Qualitäten und Fähigkeiten ein: fachlich, handwerklich, technisch und menschlich.

Uli zog damals mit ihrem Sohn Simon in das Haus. Sie übernahm einen wesentlichen Teil der Begleitung und prägte das Brückenhaus durch ihre fachliche Klarheit, ihre Tatkraft und ihr handwerkliches Geschick. Ohne sie hätte sich das Projekt in dieser Form nicht entwickeln können.

Horst behielt die Technik, die Internetseiten und vieles im Blick, was im Hintergrund funktionieren musste.

Hannes, der Optiker, war der Mann für alle Fälle. Er konnte handwerklich fast alles und hatte eine wundervolle und ruhige Art, Jugendliche dabei einzubeziehen. Wenn eine neue Leitung gelegt werden musste, öffnete er die Wand, verlegte sie – und verputzte hinter sich wieder alles. Meist mit einem Lächeln.

Moni gab der Gemeinschaft mit ihrer sanften Art Halt. Später kam Anne dazu und übernahm das Büro.
Mit Carmen waren wir vollzählig. Sie ist die Seele im Haus, erhält Haus und Garten und ergänzt uns in beeindruckender Weise bis heute.

Von Anfang an war das Brückenhaus keine Leistung eines Einzelnen. Es entstand, weil Menschen Verantwortung miteinander teilten und das einbrachten, was sie konnten und wer sie waren.

In den ersten fünfzehn Jahren lebten dort vor allem Jugendliche, die sozialpädagogische Begleitung brauchten. Zeitweise fanden bis zu zwölf junge Menschen gleichzeitig ein Zuhause. Mit den Jahren veränderten sich ihre Lebenssituationen – und damit auch das Brückenhaus. Heute leben weniger Menschen gleichzeitig dort.
Dadurch entsteht mehr Raum für die Geschichte des Einzelnen.

Zugleich öffnete sich das Haus für Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen: nach Flucht, Erkrankung, Behinderung, familiären Krisen oder anderen Erfahrungen, die das bisherige Leben aus der Ordnung gebracht haben. Dabei uns immer unwichtiger, „welcher Kategorie“ ein Mensch zugeordnet werden kann.
Wichtiger wurde eine andere Frage:

Was braucht dieser Mensch jetzt – und was können wir gemeinsam möglich machen?

Das Brückenhaus bietet Orientierung und ein Dach über dem Kopf. Menschen leben für eine begrenzte Zeit bei uns. Sie finden Ruhe, übernehmen Aufgaben, gestalten mit und entwickeln eine neue Perspektive für ihr Leben.
Viele gehen von hier aus ihren eigenen Weg weiter.
Darin zeigt sich für mich bis heute der Sinn dieses Hauses:

Das Brückenhaus bindet Menschen nicht an sich.
Es gibt ihnen einen Ort, von dem aus ein nächster Schritt möglich wird.
Ein Haus für Übergänge

Im Laufe der Jahre habe ich verstanden:

Hilfe ist keine Einbahnstraße.

Menschen kamen ins Brückenhaus, weil sie Unterstützung brauchten.
Andere kamen, um sich einzubringen. Am Ende nahm jeder etwas mit.
Wer dort lebte, arbeitete, begleitete, renovierte, kochte, stritt, lachte
oder Verantwortung übernahm, hinterließ etwas – und nahm etwas mit.

Jeder, der etwas ins Brückenhaus eingebracht hat,
hat auch etwas daraus mitgenommen.

Das gilt auch für mich.
Das Brückenhaus hat mir gezeigt,
dass Begegnungen nie nur in eine Richtung wirken.
Menschen verändern Orte.
Orte verändern Menschen.
Und oft tragen wir etwas davon weiter,
lange nachdem wir einen Ort wieder verlassen haben.

Neue Anliegen
Heute finden im Brückenhaus auch Supervisionen, Beratungen und Gespräche statt. Die Einnahmen daraus helfen mit, das Haus zu erhalten. So trägt meine heutige Arbeit einen Ort weiter, der mich selbst über viele Jahre geprägt hat.

Das Brückenhaus ist inzwischen auch ein Ort für Trauer- und Beziehungsbegleitung. Besonders Menschen, die ein Kind verloren haben oder nach einem Suizid weiterleben müssen, finden hier einen ruhigen Rahmen für Gespräche. Wer von weit her anreist, kann im Brückenhaus übernachten. Auf ein erstes Gespräch am Abend kann eine Nacht folgen, in der das Gehörte und Erlebte seinen Platz findet. Am nächsten Morgen ist ein weiteres Gespräch möglich, bevor die Menschen wieder nach Hause fahren. Dadurch bekommt eine lange Anreise einen anderen Rahmen.

Das Brückenhaus ist dabei mehr als ein Gesprächsraum. Es ist ein Haus, das Menschen aufnimmt.

Begleitung geschieht nicht nur im Gespräch. Sie zeigt sich auch in einer geöffneten Tür, einem gedeckten Tisch, einem Zimmer für die Nacht und in Menschen, die für eine Zeit miteinander leben.

Genau das ist über die Jahre geblieben: nicht zuerst zu fragen, in welche Kategorie ein Mensch gehört, sondern was er jetzt braucht und was von hier aus sein nächster Schritt sein kann. Das Brückenhaus hat mich gelehrt, Menschen ihr Los zu lassen, Räume zu öffnen und darauf zu vertrauen, dass sie aus dem, was ihnen begegnet, etwas Eigenes machen.


Lebensküche – Arbeit, die verbindet

Die Lebensküche begann mit einem Topf und vierzehn Gläsern Lebenswurst.

Ich wollte einen pflanzlichen Brotaufstrich entwickeln, der schmeckt und an eine herzhafte Wurst erinnert. Gemeinsam mit einigen Jugendlichen probierte ich aus, veränderte Rezepte, kochte, füllte ab und stellte schließlich die ersten vierzehn Gläser her. Wir verschenkten sie. Aus dieser kleinen gemeinsamen Aufgabe entwickelte sich nach und nach etwas, das niemand von uns geplant hatte.

Auch Uli ließ sich von der Idee anstecken. Ohne sie wäre es nicht gelungen. Wieder ging es darum, etwas Eigenes zu schaffen, etwas Neues – und dadurch unabhängiger zu werden. Später sprach ich mit Mirsad, den ich seit seiner Jugend kenne, über die Möglichkeit, daraus ein gemeinsames Projekt zu entwickeln. Aus diesen Gesprächen entstand die Lebensküche. Was damals niemand absehen konnte: Im Jahr 2026 besteht sie seit zwanzig Jahren.

Heute arbeiten dort Menschen mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten und Lebenserfahrungen zusammen. Wir stellen gemeinsam pflanzliche Brotaufstriche, Suppen und Brot her. Dabei wurde für mich im Laufe der Jahre etwas immer wichtiger:

Nicht der Mensch muss zu einer vorgegebenen Arbeit passen.
Auch die Arbeit lässt sich verändern,
damit ein Mensch seinen Platz darin finden kann.

So entstand für Bernd innerhalb der Lebensküche „seine Backstube“. Dort backt er seit vielen Jahren täglich Brot. Für Alexander ließen wir eine Maschine anfertigen, mit der er die Gläser selbstständig etikettieren kann. Seine körperlichen Möglichkeiten sind stark eingeschränkt. Die Frage war für uns nicht, was deshalb nicht geht, sondern was wir verändern müssen, damit er seine Fähigkeiten einbringen kann.

Arbeit beginnt für mich nicht mit der Frage: Was kann dieser Mensch nicht?
Sondern: Was kann er einbringen – und was müssen wir verändern, damit das möglich wird?

Unsere Losung lautet: Arbeit. Integration. Anerkennung.

Arbeit bedeutet für uns mehr als Beschäftigung. Sie schafft Gemeinschaft, gibt Struktur und lässt Menschen erfahren, dass ihre Fähigkeiten gebraucht werden. Integration bedeutet nicht, Menschen in eine fertige Form einzupassen. Wir gestalten die Form gemeinsam. Anerkennung entsteht dort, wo ein Mensch nicht nur dabei sein darf, sondern mit dem, was er kann, wirklich zum Ganzen beiträgt.

Für mich selbst hatte die Lebensküche noch eine andere Bedeutung. Als Supervisior und Pädagoge arbeite ich viel mit Worten, Gedanken und Geschichten, mit einem Stift, einem Computer oder im Gespräch. In der Lebensküche entstand etwas mit den Händen. Und dort war manches erstaunlich klar:

Es schmeckt – oder es schmeckt nicht.

Kein Konzept kann das überreden.
Ich habe erlebt, wie gut es tut, gemeinsam mit anderen an etwas Konkretem zu arbeiten. Neben Mirsad, Alexander und Bernd zu stehen, auszuprobieren, zu verändern, wieder neu anzufangen und am Ende etwas in der Hand zu haben, das wir zusammen hergestellt haben. Diese Erfahrung trägt mich bis heute.

Denn im Rückblick war nicht die Lebenswurst das Entscheidende. Auch nicht das Geschäft. Entscheidend war das gemeinsam Erlebte. Dass Menschen mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten zusammen etwas schaffen können. Dass jeder etwas einbringt. Dass jeder gebraucht wird. Und dass Arbeit Verbindung entstehen lassen kann, ohne dass man ständig über Verbindung sprechen muss.

Die Lebensküche erhält sich bis heute weitgehend aus eigener Kraft. Sie lebt vom Verkauf ihrer Brotaufstriche, Suppen und Brote. Auch Einnahmen aus meiner Beratungsarbeit tragen dazu bei, das Projekt und seine Arbeitsplätze zu erhalten. Das ist für mich kein Nebenaspekt. Es zeigt, dass wirtschaftliches Handeln, menschliche Würde und soziale Verantwortung keine Gegensätze sein müssen.

Die Lebensküche muss nicht deshalb bestehen, weil sie eine gute Idee ist. Sie muss auch etwas herstellen, das Menschen kaufen wollen. Und damit kehren wir wieder zum Anfang zurück:
Es schmeckt – oder es schmeckt eben nicht.

Darin liegt für mich der eigentliche Sinn der Lebensküche. Menschen müssen nicht erst passend gemacht werden, damit sie dazugehören können. Wir können auch die Bedingungen verändern. Für den einen entsteht eine Backstube. Für einen anderen wird eine Maschine gebaut, damit er selbstständig arbeiten kann. Wieder ein anderer bringt etwas mit, das wir vorher noch gar nicht gesehen haben.

Nicht jeder kann dasselbe. Aber jeder kann etwas beitragen.

Darum bedeutet Integration für mich nicht, einen Menschen möglichst unauffällig in eine bestehende Ordnung einzufügen. Integration beginnt dort, wo wir bereit sind, auch die Ordnung zu verändern.

Ich glaube, genau deshalb haben wir im GEMEINSAMEN solche Projekte immer wieder begonnen. Uns  interessiert nicht zuerst, was einem Menschen fehlt. Sondern wie ES möglich wird, wenn wir miteinander Bedingungen schaffen, unter denen Fähigkeiten wirklich gebraucht werden.

In der Lebensküche wurde dieser Gedanke sehr konkret. Man kann ihn riechen, schmecken und mit den Händen anfassen. Am Ende stehen Brote auf dem Tisch, Gläser sind etikettiert, Suppen gekocht und Bestellungen verschickt.

Das Wichtigste ist, dass Menschen erfahren:
Ich gehöre dazu. Ich werde gebraucht.
Was ich kann, hat Bedeutung für andere.

Und auch hier gilt, was ich schon im Brückenhaus gelernt habe:
Das wirkt nicht nur auf diejenigen, für die wir etwas möglich machen.
Es verändert uns alle. Auch mich.

Nach zwanzig Jahren bleibt für mich eine Erkenntnis, die über die Lebensküche hinausgeht:

Wir unterschätzen, was entsteht, wenn Menschen nicht nur versorgt, beschäftigt oder betreut werden, sondern etwas herstellen, das in der Welt gebraucht wird.

Ein Brot ist ein Brot. Ein Glas Suppe ist ein Glas Suppe.
Ein etikettiertes Glas steht erst einmal ziemlich unspektakulär im Regal.

In jeder „dieser Dingen“ steckt jedoch eine Geschichte. Jemand hat sie gemacht. Jemand hat dafür Verantwortung übernommen. Jemand hat etwas beigetragen, das am Ende bei einem anderen Menschen auf dem Tisch steht.Damit bekommt Arbeit eine neue Bedeutung. Sie produziert nicht nur Waren. Sie produziert Zugehörigkeit.

Ich bin nicht nur jemand, für den etwas getan wird.
Ich bin jemand, der etwas tut.

DAS IST ES, der eigentliche Wert eines Projektes wie der Lebensküche:
Es ist uns gelungen einen Ort zu schaffen, an dem Menschen ihre Wirksamkeit erleben können.
Und das ist erstaunlich bodenständig. Es braucht dafür keine großen Theorien.
Am Ende steht einer am Ofen, einer etikettiert Gläser, einer kocht Suppe und einer fragt, warum die Bestellung schon wieder so groß geworden ist.

Nach zwanzig Jahren ist es nicht einfacher geworden.
Heute wird darüber diskutiert, ob unsere Lebenswurst noch „Wurst“heißen darf. Dazu kommen Zertifizierungen, Kontrollen, Steuern und Bürokratie – alles begründbar, alles teuer. Am Ende bleibt die entscheidende Frage:
Bleibt noch genug Kraft für das, worum es eigentlich geht?

Ob unser Projekt diese Entwicklung übersteht, wird sich zeigen. Wir haben gelernt, mit vielen Bedingungen umzugehen. Doch irgendwann wird der Topf so voll, dass man vor lauter Vorschriften kaum noch an die Suppe kommt. Dann braucht es nicht nur einen größeren Topf, sondern auch Menschen, die ihn tragen, umrühren und dafür sorgen, dass nichts überkocht.

Mehr Sozialwirtschaft passt kaum in einen Topf.

Und wenn doch, nehmen wir einen größeren.


Beratungen, Supervision und Begleitung

Heute begleite ich Menschen.
In Beratungen.
In Supervision.
In Zeiten, in denen das Leben nicht mehr so passt wie vorher.

Meine Arbeit ist hypnosystemisch geprägt.

Menschen sind nicht kaputt.
Sie sind organisiert.
Und manchmal so gut organisiert, dass es eng wird.

Ich arbeite mit dem, was da ist.
Mit Erfahrungen.
Mit inneren Bildern.
Mit dem, was im Körper spürbar wird.

Wir haben nicht nur eine Art zu sein.
Wir haben viele Seiten.
Welche Seite sichtbar wird, ist vom jeweiligen Moment und Kontext abhängig.

In der Begleitung geht es nicht darum,
die richtige Seite zu finden.
Sondern mehr Möglichkeiten zu bekommen.

Veränderung entsteht oft leise.

Im Gespräch.
Im Innehalten.
Oder in einer kleinen Bewegung.

Ein anderer Platz.
Ein neuer Blick.
Ein Schritt zur Seite.

Der Körper ist dabei oft schneller als das Denken.

Ich arbeite mit Menschen in persönlichen Krisen,
in beruflichen Zusammenhängen,
in Teams und Organisationen.

Mit Menschen in Trauer.
Mit Menschen im Umbruch.
Mit Menschen, die merken:
So geht es nicht weiter.
Und gleichzeitig noch nicht wissen, wie.

Ich verspreche keine schnellen Lösungen.

Ich traue Menschen zu, dass sie wissen, was sich ändern muss.

Was es dafür braucht?
.. nur einen Satz..
.. einen Atemzug..
einen stillen Moment..

Und plötzlich wird es weiter.

Am Ende steht dann oft jemand auf,
atmet freier
und sagt:

„Es ist noch nicht fertig.
Aber es ist anders.“

Und das ist ein guter Anfang.

(Meistens fängt genau dort das Leben wieder an –
ganz unspektakulär, und ziemlich zuverlässig.)

“This is very simple, but not easy.”

So ist es. Sehr leicht – aber nicht einfach.

Ich denke … so bin ich.

We are already what we want to become